Ein klassischer Kommunikations-GAU
Da schreibt der Che etwas über die soziale und ökonomische Hoffnungslosigkeit des Kosovo und die teilweise ziemlich rückständigen Denkmuster vieler Kosovaren. Lebemann scheint sich zu freuen, dass er das so benennt (was er in seiner unnachahmlichen Manier kritisiert, was bei ihm ja immer so eine Art Bejahung durch Verneinung ist) und nicht den Begriff "Ethnisierung des Sozialen" gebraucht. Dieser Terminus, der eigentlich so viel meint wie soziale Probleme rassistisch "lösen" zu wollen und den ich für sehr gelungen halte, ist für den Lebemann aus irgendwelchen Gründen ein Reizwort. Daraufhin postet Che ein Buch, das diesen Begriff, der heute in Antirassismusdiskursen ein Schlüsselwort ist, erstmals eingeführt hat. Die Sprache ist sperrig, die verwendeten Begriffe sind eine Mischung aus Politologendeutsch, Entwicklungspolitikfachsprech und Marxistenjargon.Nicht gerade leicht konsumierbar, aber mit konkreten Inhalten hinterlegt, die sehr komplex sind. Che erläutert mit Engelsgeduld, welche Komplexität sich hinter diesen Begriffen verbirgt, auch, dass ein solches Buch so gelesen werden muss, wie wissenschaftliche Werke gelesen werden (mit großer Aufmerksamkeit,Kenntnis des Fachvokabulars und Quellenkritik), bekommt vom Lebemann aber permanent um die Ohren geknallt, dass sich hinter den verwendeten Formulierungen anderes, falsches und absichtsvolles verberge. Nun findet sich Klartext beim Lebemann ja nie, es bleibt beim Geraune. Mir scheint hier jemand,der eigentlich nichts hat als dumpfe Vorurteile gegen links, die er gerne sarkastisch äußert und gut mit rassistischen Vorurteilen würzt, die er aber irgendwie nicht so meint, eine geradezu frenetische Wut dagegen zu entwickeln, dass es Leute gibt, die in Krieg und Rassismus ökonomische Zwecke sehen.
http://che2001.blogger.de/stories/1050225
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netbitch - 20. Feb, 11:46
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