Stinktier (Gast) - 10. Aug, 10:20

Diskursanalyse nach - nein nicht nach Foucault - sondern nach dem Stinktier

Wir betrachten den ersten Absatz:
Es war ein Jahr voller Vergewaltigungen. Jörg Kachelmann, Julian Assange, Dominique Strauss-Kahn - alles Männer, die wegen vermeintlicher sexueller Übergriffe im Fokus standen. Und immer schwang dieses Vorurteil mit, dass die Frauen irgendwie mitschuldig sein sollen.
Was steht denn da?

Zunächst wird nicht behauptet, daß Jörg Kachelmann seine Freundin vergewaltigt hätte. Da steht "vermeintlich" und "im Fokus stehen". Aber im nächsten Satz geht es um die "Mitschuld der Frau". Zumindestens im Kachelmann-Prozeß ging es nie um die Mitschuld der Frau sondern höchstens um mutmaßliche Falschanschuldigung. Wenn man meint, der Frau wird eine Mit-Schuld an einer Vergewaltigung angelastet, dann bedeutet das Kachelmann trage die Haupt-Schuld an einer Vergewaltigung. Diese Konsequenz wird natürlich nicht deutlich ausgesprochen. Es heißt ja nur "vermeintlich" und "im Fokus stehen". Aber klar wird aus dem ersten Absatz jedenfalls, daß es sich bei den drei genannten Männern um Arschlöcher handeln muß. Das nenne ich heimlichen Rufmord.

Aber es geht noch weiter: Der Absatz hat nämlich noch einen ersten Satz. Ein Jahr voller Vergewaltigungen sei 2011 bislang gewesen. Hier verallgemeinert man die drei ungeklärten und höchst umstrittenen Fälle auf die gesamte männliche Hälfte der Menschheit. Männer seien Gewalttäter und Vergewaltiger. Alle Männer seien Gewalttäter und Vergewaltiger, steht da ungeschrieben.

Das ist ganz gewöhnlicher ideologisch begründeter fanatischer Männerhaß, wie er in den Massenmedien regelmäßig verbreitet wird.

Was mich nur wundert, ist, daß Nadine und ihre Freundinnen immerzu die Moslems verteidigen. Der heute übliche Moslemhaß bedient sich ja ganz ähnlicher ideologischer Hilfsmittel. Da finde ich andere Menschenhasser wie Alice Schwarzer und die Schweizer Feministinnen, die für das Minarettverbot stimmten, konsequenter.

---

@Steppenhund:
Bei Kachelmann habe ich sehr wenig mitbekommen, doch wenn irgendwann etwas in den Medien berichtet wurde, habe ich herausbekommen, dass seine "Freundin" ja schon lange von einer allfälligen "Gewaltbereitschaft" wusste.
Ich weiß ziemlich nichts über Kachelmanns Privatleben. Von einer Gewaltbereitschaft Kachelmanns weiß ich nur aus zweifelhaften Quellen. Die darf man nicht so ernst nehmen. Menschenhasser sollte man grundsätzlich nichts abnehmen. Genausowenig, wie man beim Broder irgendetwas Substantielles über den Islam erfährt, sollte man sich nicht bei Feministinnen über das Privatleben von Männern erkundigen.

Wolf-Dieter (Gast) - 10. Aug, 12:09

Deinem Argument, der komplette erste Absatz des Artikels sei vollständig ehrlos, schließe ich mich an. Ich will nicht lügen, im ersten Moment ist mir auch das Messer in der Tasche aufgeklappt.

Aber zum Rest: dass die Weiber ihre sogenanntes Schlampen-Outfit offensiv zur Schau tragen und auf ihr Recht dazu pochen, das hat doch etwas!

Sieh es bitte so: auch ein bescheuerter Artikel kann erfrischende Aspekte haben. Den Rest verkraften wir einfach mal. Wir sind doch erwachsen und wehrhaft, gelle?
steppenhund - 10. Aug, 17:04

@stinktier

:)
finde ich einen netten Beitrag. Vor allem den Hinweis auf die Verallgemeinerung kann ich gut verstehen.
Ich wehre mich auf meine Weise. Frauen sind out. Bis auf die, die schon einmal in waren und sind. Und ich amüsiere mich mittlerweile über die Frauen, die über die Schwierigkeit klagen, vernünftige Männer zu finden.
Meine Lösung halte ich nach wie vor für ratsam: Frauen auf einen Kontinent, Männer auf einen anderen. Das würde den Bevölkerungszuwachs effizient verhindern:)
Stinktier (Gast) - 10. Aug, 19:37

Klarstellung

Nö, verehrter steppenhund! Ich find auch Maskulismus doof, und natürlich auch Moslemhasser und Feministinnen. Aber Feind von Frauen bin ich nicht.

Wir leben unter demokratischen Verhältnissen. Das bedeutet, daß gesellschaftliche Gruppen ihre Anliegen in Parteien, Verbänden und Gewerkschaften in die Öffentlichkeit tragen. Erfahrungsgemäß sind ihre Stellungnahme recht einseitig ausgerichtet. Das muß man hinnehmen. Der Dieter Hundt ist arbeitgeberfreundlich, die Gewerkschaften haben ideologische Schlagseite, und für die Rechte von Frauen streitende Organisationen eben auch. Dein Recht ist es, die Ansichten dieser Organisationen kritisch zu bewerten, und zu einer sinnvollen Gesamtsicht zu zusammenzufügen. Politische Sekten, die rufmorden, fanatisieren, hetzen und verdummen, finde ich aber zum K.....
netbitch - 11. Aug, 17:53

Jedes Jahr ist ein Jahr voller Vergewaltigungen, insofern standen diesmal auch nicht Kachelmann, Assange und DSK alleine dar, sondern nur in der Öffentlichkeit. Mein Thema ist es nicht, die Unschuldsvermutung in Bezug auf die Drei in Zweifel zu ziehen (bei Assange erscheint mir die Unschuld am Wahrscheinlichsten und bei Kachelmann am Wenigsten wahrscheinlich, aber das ist Meinung und keine Urteilsschelte), aber es ging mir (und geht z.B. den "Schlampen", sehr bezeichnend, was für tiefsitzenden patriarchal-verklemmten Mist Xray hier schon wieder über diese Bewegung absondert´, nicht um diese drei Männer als Personen und nicht um die Gerichtsverfahren und Urteilssprüche als Solche. Und, Hand aufs Herz, den Männern, die in diesem Zusammenhang "den Feminismus" kritisieren und sich auf die nochmalige Freisprechung der Freigesprochenen versteifen, zugleich Opfern Definitionsmacht über ihre Opfererfahrung absprechen und zugleich behaupten, diese Definitionsmacht würde auf Lynchjustiz hinauslaufen, denen geht es auch weder um Kachelmann noch Assange noch DSK, die von ihnen auch nur instrumentalisiert werden. Denen dürfte es mehrheitlich um die De facto Verteidigun g ihres Privilegs gehen, weiterhin ohne allzu hohes strafprozessuales Risiko Frauen vergewaltigen zu können.
steppenhund - 11. Aug, 18:06

Also ich hab weder bisher jemanden vergewaltigt, noch gedenke ich es in Zukunft zu tun. Strafrechtliche Verfolgung finde ich mehr als angebracht, aber jegliche publizistische Quotenheischung, egal ob pro oder con, finde ich echt zum Kotzen.
Jetzt scheint der Gang in die yellow press aber von beiden Seiten mit großem Genuss vollzogen zu werden.
Wenn man mich als potentiellen Vergewaltiger bezeichnen möchte, zeigt das vom fehlenden Verstand des Betreffenden, aber der scheint in der Presse momentan sowieso eine Auszeit zu haben.
XRay (Gast) - 11. Aug, 19:36

So ganz klar wird mir nun nicht, worauf du dich konkret beziehst.
Von Lynchjustiz hab ich jetzt z.B. hier nichts gelesen.
Ich bevorzuge Klartext. Daher also folgendes:
Opfern die Definitionsmacht über ihre Opfererfahrung zu geben, ist ein Zirkelschluss, denn zunächst einmal müsste ja klar sein, dass es objektiv ein Opfer gibt. Ansonsten könnte sich jede/r einfach per Definitionsmacht zum Opfer erklären. Für mich ist das tatsächlich Schwachsinn. Du kannst natürlich immernoch versuchen zu erklären, wie deiner Meinung nach funktioniert.
Wenn du dann schon von Opfern redest, dann solltest du vielleicht auch einmal ganz unfeministisch überlegen, welche Konsequenzen Falschbeschuldigungen haben und wer da dann Opfer ist und wie das da dann mit der Definitionsmacht funktioniert.
Nimm einfach einmal an, Kachelmann wäre Opfer einer Falschbeschuldigung geworden. Was wäre da mit der "Definitionsmacht"? Das würde mich doch auch mal brenned intressieren. Wenn dir Kachelmann nicht gefällt, dann nimm diesen Zugführer, der Jahre unschuldig im Knast verbracht hat und Kachelmann zu RA Schwenn geraten hat.
Die Zahl der Falschbeschulidgungen liegt, anders als von feministischer Seite immer wieder gerne behauptet, nicht bei unter 3%, sondern sicherlich deutlich höher. Diese Opfer bleiben unsichtbar, und sind auch unwichtig, weil es Männer sind. Da sehen wir keine Traumata keine Beschädigung, nichts.
Hättest du den Fall Kachelmann tatsächlich verfolgt, dann hätten sich bei dir ebenso wie beim Gericht zumindest erhebliche Zweifel an der Schuld Kachelmanns einstellen müssen. Wenn man bedenkt, dass das Gericht das Verfahren garnicht eröffnet hätte, wenn es nicht die Absicht gehabt hätte, zu verurteilen.
Es gab dann auch immerhin 3 Journalistinnen, die den Prozess sehr intensiv verfolgt haben (A. Schwarzer zählt nicht dazu, die war nur an wenigen Prozeßtagen anwesend) und alle drei kamen merkwürdiger Weise zu dem Schluss, dass eine Anklage nicht hätte erfolgen dürfen.
Nach deiner Meinung müsste es diesen drei Frauen darum gegangen sein, dass Männer weiterhin ohne strafprozessuales Risiko vergewaltigen können.
Und nein, mit dieser Methode, nämlich jemanden, der nicht deiner Meinung ist quasi schon als Vergewaltiger zu bezeichnen unterstreichst du genau, wie leicht und locker Falschbeschulidgung von der Hand geht. Ich danke erneut für die Bestätigung.
Ich könnte mich also auch hinstellen und sagen, dass es den Schlampen auch nur darum ginge, risikolos falsch beschuldigen zu können. Aber das ist ja eh schon so. Falschbeschuldigung wird nur in wenigen extremen Ausnahmefällen strafrechtlich verfolgt.
Konkret würde ich jetzt im Klartext von dir lesen wollen was genau du meinst, wenn du von "tiefsitzenden patriarchal-verklemmten Mist" schreibst.
Danke
Wolf-Dieter (Gast) - 11. Aug, 20:27

Sumpfland, Vorsicht.

@netbitch -- bitte Vorsicht mit deiner Äußerung.

-- Zitat --
Denen dürfte es mehrheitlich um die De facto Verteidigun g ihres Privilegs gehen, weiterhin ohne allzu hohes strafprozessuales Risiko Frauen vergewaltigen zu können.
-- Zitat Ende --

Das ist mehrfach falsch:

1) In der Wertschätzung "richtiger" Männer, z. B. ich, rangiert der Vergewaltiger irgendwo zwischen Kakerlake und Bodenritze.

2) Verteidigt wird daher nicht etwa ein (gar nicht existierendes) "Privileg", sondern der "Geruch". Wer je einem Vergewaltigungsvorwurf ausgesetzt war, ist gezeichnet, auch wenn es nicht zutrifft. Der kann eigentlich umziehen. Auch wenn es gar nicht zutraf.

Sorry, netbitch, aber mit dem Argument bist du in sumpfigem Gelände.

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