9
Apr
2009

Was frau erwarten kann und was nicht

Während wohl die halbe international interessierte Presse (Also nicht Super-Illu, Cleveland Plain Dealer oder Bäckerblume) und ausnahmslos mein gesamter Bekanntenkreis die Äußerungen und politischen Handlungen Obamas seit seiner Amtseinführung für im Großen und Ganzen gut, gelungen, very much to the point und politisch instinktvoll befindet, ich ihn als eine Art Mischung aus neuem Kennedy, neuem Brandt und neuem Carter beschreiben würde, hält jemand anders genau diese m.E. hervorragend in die Zeit passenden Verhaltensweisen für schwere Fehler und totale Dummheiten. Die Fankurve ergeht sich in Erörterungen, wie denn effektiver zu foltern sei, eine eigentlich anstehende Amtsenthebung Obamas und ekligste Sexismen. Was an solchen Leuten liberal sein soll, außer, frei nach Adorno, der sich selbst genommenen Freiheit, ihre antiliberale Meinung zu äußern, diese Frage stellt sich nicht mehr. Sie ist beantwortet.

http://www.bissige-liberale.net/2009/04/06/eine-welt-ohne-atomwaffen



Zu einem verwandten Thema schrieb hingegen der von mir seit jeher geschätzte Nörgler, den ich noch aus ganz alten Dotcomtod-Zeiten (Wir sagten damals den Weg, den diese Ökonomie demnächst gehen wird voraus, eine Mischpoke aus KapitalismusgegnerInnen, Consultants, ganz an der Front stehenden UnternehmerInnen und Krisenopfern, selten gut informierter Gesamtkreis) kenne und der hier, sprachlich wie inhaltlich, einen pulitzerverdächtigen Nerv trifft:

http://shiftingreality.wordpress.com/2009/04/05/wie-der-norgler-und-der-herold-die-ddr-besuchten


Größer könnten die Gegensätze nicht sein.

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https://netbitch1.twoday.net/stories/5636019/modTrackback

che2001 - 10. Apr, 18:24

Verwechsle nur den Rayson nicht mit den Kommentataren. Das ist schon ein Unterschied!

netbitch - 11. Apr, 19:54

Rayson ist unverwechselbar, würde ich sagen. Ich meine schon die Kommentarkurve. Da sind ja Kandidaten dabei, die sich anhören wie die Stahlhelmer der Dregger-Fraktion und schlimmer. Und bei dem Obama-Gebashe habe ich den Eindruck, dass die eigentlich nix Anderes sagen wollen als "Scheiß******", sich das aber nicht trauen. Und diese Stimme aus dem Off ist ein ganz offenkundiger Rechtsradikaler, über dessen bräunelnden Müll man sich eher amüsiert, den aber niemand dort in die Schranken weist.
che2001 - 11. Apr, 23:10

Völlig klar. Nur glaube ich nicht, dass der bräunelnde Müll dort als Solcher wahrgenommen wird, sondern eher für konservativ gehalten. Oder als besonders pointiert und "politisch unkorrekt".
Rayson - 14. Apr, 01:21

"hält jemand anders genau diese m.E. hervorragend in die Zeit passenden Verhaltensweisen für schwere Fehler und totale Dummheiten."

Ich erlaube mir zu sagen, dass das nicht in meinem Beitrag steht. Und dass ich nicht Obama "bashe", sondern die Reaktionen auf ihn. Und dass ich es eigentlich völlig normal finde, wenn jemand eine andere Meinung hat als die Mehrheit der Öffentlichkeit und alle deine Bekannten. Und irritierend, wenn das auf einmal ein Zeichen von Nichtliberalität sein sollte.

Mit der Unterstellung, jede Kritik an der Politik des amtierenden amerikanischen Präsidenten sei rassistisch, muss man jetzt wohl mindestens vier Jahre lang leben. Dann sei es eben so. Jede Kritik an der Politik von rechten Regierungen in Israel ist ja auch antisemitisch. Man gewöhnt sich an alles.

Und ja: Viele unserer Kommentatoren sind keine Liberalen. Und wir haben nichts dagegen. Oh Schreck! Wenn es zu absonderlich wird, gibt es zwar manchmal eine Bemerkung, aber meistens sind uns andere Dinge wichtiger...

netbitch - 14. Apr, 23:21

Lieber Rayson, ich meinte ja gar nicht Dich, sondern die aus meiner Sicht wirklich krude Kommentarrunde. Wenn das oben mistverständlich rüberkommt, bitte ich um Entschuldigung. Dir unterstelle ich nicht, dass Du eine rassistische Kritik an Obama äußern würdest, umso mehr allerdings Leuten wie Nordberg oder der berüchtigten haselnussfarbigen Stimme. Die sind defintiv ein Zeichen von Nichtliberalität. Che ist mir ja oben auch schon quergefahren, was die Interpretationsmöglichkeiten meines Beitrags angeht, Momo hat seine Überlegungen zu diesem Thema geäußert, denen ich mich auch anschließen würde. Ich mache mir also über Dich keine Sorgen, sondern entsetze mich (jawoll, das tue ich vehement!) über Eure Kommentataren. Ich kann mit der Art von Liberalismus, die Du oder Boche vertreten nix anfangen (für mich ist Liberalismus was Anderes), würde aber Euch auch nicht mit dem (Tschuldigung, anders kann ich das nicht mehr nennen) Rechtsgesocks aus dem Kommentarkreis gleichsetzen.
Rayson - 16. Apr, 14:56

Ok, liebe Netbitch, habe ich verstanden - der Kommentar, auf den du dich bezogst, kam irgendwo an fünfter oder sechster Stelle.

Dass bei uns nicht nur Liberale kommentieren, liegt doch in der Natur der Sache. Aber so lange denen von anderen Kommentatoren dann auch widersprochen wird, habe ich damit keine wirklichen Probleme. Es sei denn, es käme irgendwo zu persönlichen Ausfällen oder Rechtsverstößen. Wir müssen eben damit leben, dass es Leute gibt, die sich wegen der meist gemeinsamen Ablehnung linker Positionen von unserem Blog angezogen fühlen, ansonsten aber nicht unbedingt die Meinungen vertreten, die von uns geteilt werden würden. So wie sich andere wiederum von unseren Meinungen provoziert fühlen und deswegen ständig widersprechen müssen (Frechheit!) ;-)

Ich habe aber auch schon in Blogs "eures" Umfelds Sachen gelesen, bei denen mir fast das Gebiss aus dem Gesicht gefallen wäre, die aber anscheinend niemanden gestört haben (z.B. Fantasien von Lynchjustiz).

Ich finde deswegen wirklich, es ist auch hier besser, weniger in Kollektivbegriffen zu denken, und eher die paar Leute, die in Blogs wie dem unseren kommentieren, auch wirklich als Einzel"täter" zu behandeln, ohne von deren Präsenz auf irgendwas anderes zu schließen.

Etwas anderes wäre es, wenn in der Kommentarsektion eines Blogs bestimmte Positionen konsequent zensiert, andere, mehr als problematische aber stehen gelassen werden mit dem Argument, man habe ja keine Zeit, sich das alles durchzulesen. Da muss man dann schon auch bei den Kommentaren davon ausgehen, dass sie der Meinung der Blogbetreiber entsprechen.

netbitch - 17. Apr, 17:50

Dann haben wir´s ja. Und "was an solchen Leuten liberal sein soll" bezog sich auf "die Fankurve", um jetzt alle Klarheiten zu beseitigen;-)
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