9
Jun
2011

Es wird ja immer doller

Jetzt gibt es also schon schwarze schwule Frauen.

http://kritikundkunst.wordpress.com/2011/06/08/das-wahre-opfer-das-wahre-opfer-die-ware-opfer-dialektik-etude/#comment-2005


Bin ich schwul weil ich auf Männer stehe? Alle Hetero-Männer sind also lesbisch? Gacker. Was Diskurse, die auf den Schwarzen Tod nicht wahrnehmen wollen, was Opfer sexualisierter Gewalt vielleicht empfinden könnten und dafür lieber ein paranoides Verschwörungsszenario nach acht nächsten aufbauen geht auf keine Blauwalhaut.

Trackback URL:
https://netbitch1.twoday.net/stories/19472629/modTrackback

Jens (Gast) - 10. Jun, 05:02

Was schlecht bis gar nicht gefickte Kerle wie Hartmut absondern ist leider Mainstream hierzulande. Aber intellektuell vernachlässigbar, da nicht satisfaktionsfähig

georgi (Gast) - 10. Jun, 08:30

hatr.org-worth

Jens! Stell Dir mal vor, wie Hartmut reagieren würde, wenn er Feminist wäre.

Ich halte seinen Blog übrigens für klug und den Betreiber duchaus der Empathie fähig. Wenn er sich richtig ins Zeug legen würde, würde er vielleicht einmal dazu beitragen, den Feminismus vor seinen dümmsten Vertretern zu retten.

Vielleicht sollten sich Frauenbibliotheken einfach mal neue Bücher anschaffen, die neue Einsichten fördern, oder alte wieder hervorkramen. Susan Brownmiller (These: Vergewaltigung als bestimmendes Herrschaftsinstrument des Patriarchats) und Andrea Dworkin packen wir besser ins Altpapier. Valerie Solana darf als Volksbelustigung weiter im Bestand bleiben. Die primitiv moslem- und männerhassenden Epigonen fliegen aber besser aus dem Bestand. Die grünen Esoteriker würde ich mit Erläuterungen versehen, damit Frauen bescheid wissen, wenn sie mal mitten im Wald auf ein Lager treffen, in dem Frauen Indianer spielen. Butler fliegt auch auf den Müll. Sonst wissen Frauen nicht mehr, ob sie Männlein oder Weiblein sind. Dafür würde ich proletarische Sozialisten aufnehmen.
netbitch - 10. Jun, 10:17

Es gibt keinen einzigen Feministen

Geht gar nicht. Ebernso, wie es keine Maskulinistinnen, keinen weiblichen MitGLIEDer von Hodenkrebs-Selbsthilfegruppen und keine türkjüdischen deutschen Naziskins gibt. Ansonsten, georgi, bist du auf diesem Blog nicht willkommen.
noergler - 11. Jun, 16:48

Noch die fragwürdigsten Äußerungen von Hartmut sind satisfaktionsfähiger als diese ausgelutschte Dumpfbackenmanier, jemanden, dessen Inhalte einem nicht gefallen, mit Sexualproblemen zu assoziieren.
georgi (Gast) - 10. Jun, 10:44


netbitch - 10. Jun, 10:51

Begriffe wie "Gay" oder "Queer" lassen sich nicht wörtlich ins Deutsche übersetzen. Versuch das mal mit "Kids and Caboodle", oder finde englische Äquivalente für "Dölmer", "Kaltmamsell" und "Himbeertoni".
georgi (Gast) - 14. Jun, 06:30

Also, ich find schwule Mädchen...

... einfach cool. Das ist noch viel doller als der georgi. Da sieht man ja, wie leicht man gerade im Internet eine Opferidentität vortäuschen kann.

Wer weiß, vielleicht steckt hinter netbitch1 ein alter, fetter Sack, ehemaliges Mitglied der NSDAP oder sowas ähnliches, der nicht hat sein können, was er hat seingewollt, und am Ende seiner Tage alles nachholt, was er versäumt hat.
georgi (Gast) - 14. Jun, 06:32

Der Link...

...auf Antje Schrupps Seite ist velorengegangen. Da nochmal:

http://antjeschrupp.com/2011/06/13/das-einzige-mittel-gegen-fakes-korperkontakt/
netbitch - 14. Jun, 13:23

Vielleicht steckt hinter Georgi auch Hartmut, zu dessen Lieblingsthemen ja solche Fake-Identitäten gehören, oder Isi, die die Projektion ihres Männerbildes auslebt. Möglich ist Vieles, aber was ist plausibel? Ich täusche jedenfalls weder Opferidentitäten noch Orgasmen vor;-)
workingclasshero - 14. Jun, 15:31

Ball flachhalten und auf dem Teppich bleiben

Eine Online-Fake-Persönlichkeit kann auch keine Definitionsmacht über Vergewaltigung haben, weil es keine virtuellen Vergewaltigungen gibt, sondern nur handfeste. Diese Debatte geht gerade in Richtung sich um sich selbst drehender Cyberspace und verabschiedet sich aus der materiellen Realität.
georgi (Gast) - 14. Jun, 16:05

Schwules Mädchen aus Blech...

@workingclasshero

Darf ich Dich an die Persönlichkeit einer gewissen Lea Roshs erinnern?

Für den Fall, daß der Link wieder abhanden gekommen ist: Hier nochmal: http://de.wikipedia.org/wiki/Lea_Rosh

Ihre Geschichte ist nicht mehr nur so ein Ulk wie die des schwulen Mädchens aus Damaskus. Die Geschichte Lea Roshs ist genauso ein Fall, an den Hartmut immerzu denkt. Sie ist eine typische falsche Opferidentität. Und sie spielt sich nicht im Cyberspace sondern ausschließlich in den Qualitätsmedien ab.

Dabei hätte auch die Posse um das schwule Mädchen aus Damaskus ins Auge gehen können. Was wäre denn, wenn das schwule Mädchen aus Damaskus als Quelle für die Qualitätspresse herangezogen worden wäre. Dann würden die Berichte aus Syrien und über das Schwein Assad auf anonymen Gerüchten beruhen. Das wäre doch peinlich.
che2001 - 14. Jun, 22:31

Lea Rosh habe ich in meiner Zeit beim NDR persönlich kennengelernt und lernte sie etwa so kennen, wie in dem Wikipedia-Artikel geschildert. Ich weiß aber nicht, ob hier von einer fiktiven Opferidentität gesprochen werden kann. Explizit behauptet, jüdischer Herkunft oder ein Kind jüdischer Opfer zu sein hat sie meines Wissens ja nicht, sondern sich einen Nomme de Guerre zugelegt, der das implizit nahelegte. Ebenso provokant wie geschmacklos, aber kein offener Betrug.
momorulez (Gast) - 15. Jun, 22:22

Georgi erfindet sich doch hier auch die ganze Zeit als Opfer jener mit erfundenen Opferidentitäten, das ist seine Form der Selbstreflexion.

Zudem es schon außerordentlich eklig ist und übrigens purer Liberalismus für Anfänger, die Frage nach der Soah darauf zu verengen, wer auch immer sich als als Opfer von sonstwas nun gerade erfunden hat oder auch nicht, weil es die nun mal ebenso gab, wie es Vergewaltigungen gibt, die sich aus einem aggressiven Machtanspruch von Männern über Frauen speisen.

Georgi hingegen argumentiert fortwährend im Paradigma von Milton Friedman und solchen Pfeifen, die z.B. Rassismus als Geschmacksfrage behaupten, während er sich zugleich als weltgrößter Klassenkämpfen geriert, und proklamiert eine Rückbindung des Gesagten an die Authenfizierung eines Sprechers, so, wie irgendwelche Deppen "Leistung" als etwas an Individuen gekoppeltes missverstehen, die dann ggf. abzusprechen sei, weil ja nur erfunden.

Dass einst mit guten Gründen z.B. Barthes oder Foucault den "Tod des Autors" proklamierten, weil eben das, was gesagt wird, überindividuell und nicht rückgekoppelt an irgendwelche quasigerichtlichen Verantwortungzuschreibungen zu verstehen ist, geht im Zuge dieser allgemeinen Diskursvermengung mit staatsanwaltschaftlicher Attitude völlig unter, weil man ja eigentlich, zutiefst christlich geprägt, wie Georgi das ist, unser kleiner Inquisitor, den ganzen Diskurs führt, um SICH selbst zu entschulden, weil man sich auf irgendwelchen Abgründen der eigenen psychischen Selbst-Konstitution als "deutsch" mittels der Anführung des Beispiels Lea Rosh mutmaßlich komplett der Frage nach der Shoa entledigen möchte, über die redet ja praktischerweise dann keiner mehr, um vermutlich wie einst Martin Walser sich unterschwellig nationalistisch der "Auschwitzkeule" zu entziehen.

Lustige Mischung: Liberale Verantwortungsethik und Individualisierungspraxis mit christlichen und nationalistischen Untertönen, die "Opfer" analog zu erbrachten Leistungen versteht,p. Und so was sehnt dann Sozialismus herbei ...

Und der ganze Aufwand dann auch noch, um einen der Fälle, wo die Authentifizierungspraxis tatsächlich mal Sinn macht, nämlich dem, ob eine Frau die Erfahrung gemacht hat, vergewaltigt worden zu sein, zu entwerten. Gruselig. Und das machen dann weiße, heterosexuelle Männer, um sich selbst zu opferisieren. Grandios.

netbitch - 15. Jun, 22:48

Das Perfide an diesem Entschuldungsdiskurs ist, dass nicht einfach Täter zu Opfern gemacht werden, sondern Opfer in eine Selbstrechtfertigungsposition gedrängt werden, macht der aktuelle Spiegel-Artikel, in dem es darum geht, dass es keine Männer mehr gäbe ganz gut vor. Ich wurde ja schon einerseits in die Position gebracht, dass ich wohl auf Sex verzichten müsste, wenn ich die Definitionsmacht über das, was Vergewaltigung ist für mich in Anspruch nehmen würde (Feministinnen sind alle prüde und lustfeindlich, ja schlimmer noch, implizit müsste ich bereit sein, mich vergewaltigen zu lassen, wenn ich Sex mit Männern, vielleicht noch wechselnden haben wollte), während ich andernorts als jugendgefährdend gelte, wenn ich über die Schönheit des Peitschens und Gepeitscht-Werdens fachsimpele. Dann bin ich also zugleich moralrepressive Schwarzer-Epigonin und wüste Exzess-BDSMerin, mache gleichzeitig die Nonne und die Orgienführerin.

Parallel dazu wird die Möglichkeit erwägt, dass ich auch ein männlicher Altnazi sein könnte, der im Web auslebt, was er nie sein konnte. All diese Popanze wurden aufgestellt, um zu verhindern, dass Hetero-Männer sich jemals selbstkritisch mit der eigenen Rolle beschäftigen und sich mal offen machen (ist nicht so schwer, Junx. Offen machen wollt ihr von uns ja immer) dafür, feministische Kritik überhaupt zu verstehen. Ich versteh das schon: Ich bin eine Frau, für die es in Eurer perversen Sprache (pervers nicht im Sinne von homo oder BDSM, sondern im Sinne von verdreht, emanzipationsfeindlich, abstrus) kein Wort gibt. Eine Frau, die ihr eigenes Ding durchzieht, my own kind. Was sind das für ichschwache Männerseelen, die damit nicht zurechtkommen?
che2001 - 15. Jun, 23:34

Während ich gerade aus meinem Fenster einem vögelnden Paar, das ich kenne zuschauen könnte (mache ich aber nicht, erstens weiß ich, was sich gehört, zweitens schreibe ich) wundere ich mich mal wieder sehr. Diesen ganzen antifeministischen Kontext, in dem Georgi argumentiert, würde ich keinem linken Zusammenhang, sondern eher dem RCDS zuordnen. Wobei zum Thema Vergewaltigung ich selbst von Burschenschaftern frauenfreundlichere Positionen kenne, im Sinne von "Die Ehre der Frau verteidigen."

Wenn Georgis Positionen links sein sollen hat er die letzten 50 Jahre linker Diskussionen nicht mitbekommen. Netbitch, vielen Dank für Deine Ausführungen, besonders für den Text zum lieben Belästiger oder so, das hat viel mehr zur Debatte beigetragen als der sonstige Unfug. Bist ne tolle Frau!
netbitch - 15. Jun, 23:55

@momo, Che: Dankeschön. Ich fand ja interessant, was Georgi hier noch so geäußert hat, seine völlige Nichtwahrnehmung meiner Ansage, dass er hier nicht willkommen sei aber auch. Ich kann das noch als "Verpiss Dich!" formulieren oder ihn löschen. Aus der Position einer zwischen allen nur denkbaren Stühlen Stehenden - erfolgreiche Marketingmanagerin, Sportwagen- und Harleyfahrerin mit linksradikaler Orientierung und wüsten Sexpraktiken, aber Feministin - kann ich Euch nur sagen: Danke, dass ihr zu mir steht!

Und dem Fuckin rest: Piss off!
netbitch - 17. Jun, 00:22

Ich fühle mich ja sehr verstanden bei dem, was momo und che hier schrabten. Was das hier angeht

"Wer weiß, vielleicht steckt hinter netbitch1 ein alter, fetter Sack, ehemaliges Mitglied der NSDAP oder sowas ähnliches, der nicht hat sein können, was er hat seingewollt, und am Ende seiner Tage alles nachholt, was er versäumt hat." frage ich mal, um im Jargon des Autors zu bleiben, vielleicht ist ja aber auch eine mitteljunge schlanke Möse, ehemalige autonome Straßenkämpferin, die fortsetzt, was sie immer wollte.
David (Gast) - 16. Jun, 16:29

Ich glaube, daß einige der Probleme auf Mißverständnissen Eurer Positionen beruht, die möglicherweise darin gründen, daß Ihr für die Betroffenen zu viel voraussetzt. Als ich Momorulez' Kommentare bei Che las, dachte ich zuerst auch: Was soll man denn genau anders machen? Der Vergewaltigung Beschuldigte ohne Prozess einbuchten? Momorulez wies dann wiederholt darauf hin, daß er keine konkreten strafrechtlichen Lösungsvorschläge anbieten könne und wolle, aber das ging vielfach unter. Teilweise hatte ich auch, vielleicht fälschlich, den Eindruck, daß er diese Position implizit nicht konsequent durchhielt.

Ziemlich hilfreich war der Kommentar von Che zum Ursprung der ganzen Diskussion: Daß man damit Argumentationen der Art: "Och, nur zweimal sacht zugestoßen und dann schon gekommen, daß soll Vergewaltigung sein? Wenn Sie wüßten was ich alles mit Ihnen gemacht hätte, Frau Opfer..." angreifen wollte.

Vor diesem Hintergrund ist Eure Position völlig verständlich, und interessant ist auch der Kommentar von workingclasshero:

"Eine Online-Fake-Persönlichkeit kann auch keine Definitionsmacht über Vergewaltigung haben, weil es keine virtuellen Vergewaltigungen gibt, sondern nur handfeste."

Wie kann das sein, wenn die Definitionsmacht beim Opfer liegt? Dann kann das Opfer doch auch einen giftigen Blick als Vergewaltigung interpretieren, oder? Es ist vielfach nicht angekommen, denke ich, und es hat auch bei mir seine Zeit gebraucht, daß es Euch eben nicht darum geht, daß eine Frau *jegliche* Ihr mißfallende Handlung als Vergewaltigung definieren kann. Wenn Sie das nicht kann, liegt aber auch nicht die *volle* Definitionsmacht bei ihr, und da dürfte es dann doch gerade problematisch werden. Che hatte dieses Problem bei sich ja auch schon angesprochen.

Da etwas deutlicher zu werden und, da das Ganze durch den Kachelmann-Fall Thema wurde, aufzuzeigen, für welche Aspekte dieses Falles es relevant ist und für welche nicht, könnte vielleicht helfen. Mir zumindest.

momorulez (Gast) - 16. Jun, 17:52

Ich denke schon, meine Position da "durchgehalten" zu haben, weil es mir die ganze Zeit um die Diskussionen um den Fall Kachelmann herum ging, bei denen mich ja ergänzend auch noch nervte, dass alle sich in die Position eines Gerichtes glaubten begeben zu können, und dieses als Ort der Wahrheitsfindung anerkannten - die meisten Juristen lachen sich schlapp bei einer solchen Vorstellung, außer ein paar durchgeknallten, wilhelminischen Richtern, die sich maßlos überschätzen.

Und dass die Erfahrung, die eine Frau macht, dabei völlig aus der Diskussion verschwindet, machte mich wütend - was so alles passieren kann, wenn eine Frau das wagt, einfach mal aus ihrem Erfahrungsspektrum zu berichten, das kann man ja hier bei Netbitch regelmäßig lesen, geballt auch bei hatr.org, und darauf bezog sich ja letzterer Kommentar von Netbitch.

Hatte neulich auch eine Diskussion, die mich kurz verstörte - normalerweise hatte ich in meinem Blog immer versucht, Netbitch und Somlu zur Unterstützung zu rufen, wenn es um weibliche Perspektiven ging. Um nicht selbst übergriffig zu werden.

Nun sagte mir eine gute Freundin, dass das schon daran scheitere, dass einer Frau schlicht und ergreifend nicht im selben Sinne ZUGEHÖRT wird wie einem weißen Mann, selbst einem Homo.

Ja, ist so.

Und sie sich freue, wenn ich mich als Verstärker zur Verfügung stellen würde. Mache ich gerne.

Da ist ein reales Machtgefälle hinsichtlich dessen, wessen Worte überhaupt Relevanz erlangen, zu konstatieren. Ebene 1, eine tatsächlich rein praktische Frage.

Nun zu kontern, man würde zu viel voraus setzen - ja, bin ich denn der Herr Volkshochschullehrer? Wieso zum Teufel wird dann auch noch verlangt, man habe nun irgendwas mundgerecht aufzubereiten?

Das verweist im Regelfall (Dich meine ich nicht) einfach auf Desinteresse und Ignoranz - würde sich auch nur irgendeiner der der Diskutanten, die sich so gerne mit "erfundenen Opfern" beschäftigen, auch nur die Bohne für irgendwas jenseits des mutwilligen Unterbutterns und grundsätzlichem Infragestellen dessen, was eine Frau sagt, interessieren, hätten sie schlicht und ergreifend genau so die Möglichkeit dazu wie ich, sich zu informieren.

Um ein anderes Beispiel der oben erwähnten Freundin zu erwähnen: Wer indisch kochen lernen will, besorgt sich ja auch selbst ein Kochbuch und erwartet nicht großkotzig "koch mir das mal, damit ich weiß, wie es geht!".

Stattdessen heben ständig überbordende Empörungswogen an, sobald auch nur eine Frau Andeutungen zu irgendeinem sexistischen Geschehen macht. Habe neulich ja mal geschrieben "Eines Tages zünden sie schwule Kneipen an und rufen dabei: Ihr habt uns homophob genannt, ihr Arschficker!" Diese Struktur ist problemlos auf Rassismus und Sexismus übertragen.

Zur Frage, was man mit Vergewaltigung meint: Schwänze oder Gegenstände in Münder, Genitalbereiche oder Ärsche stopfen, ohne dass das Opfer es will, oder zur Masturbation zwingen. Das nun auf, machen manche Heten ja gerne, sonstiges ungefragtes Angegrabbel zu erweitern, halte ich für nicht allzu sinnvoll. Was dieses aber nicht minder kritikwürdig macht.

Ich bringe jetzt ein etwas krudes Beispiel: Ich bin mal völlig unerwartet in eine Magenspiegelung geraten und war zudem noch so vollblöd, das Beruhigungsmittel nicht zu wollen. Hatte dann diesen Schlauch im Hals, der Arzt sagte immer "Stellen Sie sich nicht so an!", während ich würgte. Danach hatte ich vier Jahre massive Schluckbewerden.

Das war definitiv nicht sexuell konnotiert, aber macht vielleicht klar, was es bedeutet, einen Eingriff in die körperliche Integrität zu erleiden. Und dann kann man sich ja noch ergänzend vorstellen, was es bedeutet, wenn das Sexuelle hinzu tritt, das es ggf. jemand ist, zu dem Frau eigentlich ein Vertrauensverhältnis pflegt und zudem in einer Gesellschaft lebt die von frauenfeindlichen Haltungen und Vokabulars derart durchsetzt ist, dass es einem nur schaudert, wenn man genauer hin hört. Deshalb gibt jetzt ja die "Slut-Walks", Schlampenmärsche. Und OB Frau dabei der Wille gebrochen wurde, das weiß nun mal sie.

DAS ist für mich das Thema, dem man Raum verschaffen muss, und Leute wie Hartmut, Georgi und El Macho sind ständig damit beschäftigt, das durch ein anderes Thema ERSETZEN zu wollen.

Am Ende der Debatte beim Che gab es allerdings einen Dialog zwischen Genova und Hartmut, wo dieses Schema aufgebrochen war, die beiden sich eingelassen haben auf eine andere Sichtweise, und allein dafür hatte sie sich dann gelohnt. Dann gibt es doch noch Hoffnung.
David (Gast) - 16. Jun, 18:17

"Nun zu kontern, man würde zu viel voraus setzen - ja, bin ich denn der Herr Volkshochschullehrer?"

Als Konter war das nicht gemeint; eher als Erklärung dafür, weshalb manches nicht verstanden wird, aber die muß keine Schuldzuweisung beinhalten. Und Desinteresse und Ignoranz sind natürlich auch eine Erklärung. Aber bei mir selbst habe ich eben gemerkt, daß ich etwa die halbe Diskussion bei Che brauchte, um zumindest im Ansatz zu verstehen, worauf es Euch ankommt. Auch deshalb, weil ich vieles davon im gegebenen Kontext als direkte Kritik des Freispruchs las.
momorulez (Gast) - 16. Jun, 19:02

Nee, also, ich müsste bei Nadine noch mal lesen, ob sie den Freispruch im Rahmen seiner Begründung kritisiert hat, aber ich meinerseits war eher darüber verärgert dass, wenn man schon glaubt, das sei strafrechtlich aufdröselbar, ohne dass Frau sich zuvor massiv in Gefahr begeben muss, indem sie zum Beispiel dafür sorgt, auch ja schwer verletzt zu werden, dass man dann doch bitte zur Kenntnis nehmen soll, wie der Richter begründet hat: Nämlich in dem Sinne, dass er die Nebenklägerin für glaubwürdig hält, nichtsdestotrotz die Vergewaltigung als nicht bewiesen ansehe, deshalb in dubio pro reo.

Das ist ja gerade der Konflikt, der sich sowieso ergibt in sehr vielen Vergewaltigungsfällen vor Gericht, wenn man sie strafrechtlich betrachtet im Sinne der Beweiserhebung.

Wo Richter, typisch Mann, ansonsten viel eher und sowieso sehr häufig eigene Mutmaßungen als wahr ansetzen, um dann Indizienketten von einer selbst nicht bewiesenen Prämisse, nämlich ihrem Eindruck und der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, so zu deuten, dass es in sich irgendwie schlüssig erscheint.

Das ist doch der Regelfall, die häufigen Freisprüche in Vergewaltigungsverfahren sind die Ausnahme, und dann kann man sich fragen, wieso das so ist, weil das soziologisch interessant ist, aber zugleich die fragwürdige Annahme, gesellschaftliche Probleme seien mit Mitteln des Strafrechts zu lösen, gar nicht in Anspruch genommen werden muss.

Was man mir allenfalls ankreiden kann, ist, dass ich einen Satz mit "Signalwirkung" verlinkt habe und mich einmal zur Frage (!!!) hinreißen ließ, ob es die nicht doch gäbe. Was dann alle zutiefst befriedigte, weil die Diskussion dann im vertrauten Schema weiter geführt werden konnte, bis Genova sich dazu herab mir ließ, mir erzählen zu wollen, was ich EIGENTLICH meine :D - Frechheit, aber typisch, so sind Männer, die haben sogar Verfügungsgewalt darüber, was andere WIRKLICH denken. Um dann weiter zu monologisieren.

Die Reaktion auf das Urteil war in sehr vielen Fällen: SKANDAL! Nicht etwa: Scheiße, dass so was in Strafrechtsverfahren gar nicht zu handhaben ist.

Es sei ja wohl bewiesen, dass NICHTS geschehen wäre, Kachelmann unschuldig und diese rachsüchtige, alte Schachtel doch ganz offenkundig aus zurückgewiesener Liebe ihn nur in den Dreck ziehen wolle. Jubilierend und triumphierend blökten das alle in der Gegend herum.

Worauf ich lediglich erwiederte, dass man schon davon auszugehen könne, dass eine Frau, die in einem solchen Fall jemanden wie Kachelmann anzeigt und sich einem solchen Prozess aussetzt, sich wohl vergewaltigt gefühlt haben wird, anstatt ihr gleich sonstwas zu unterstellen. Dass das nun wiederum ein strafrechtliches Kriterium sein könne, die Position habe ich nicht vertreten.

Es ging mir wieder um die Art der Diskussion des Falls bis in DIE ZEIT oder SpOn hinein.

Das Urteil als solches hat ja eher die Problemdefinition, auf die ich mich stütze, sozusagen explizit gemacht. Was in all den Debatten völlig untergeht.
che2001 (Gast) - 16. Jun, 23:27

Das, was Momorulez hier dankenswerter Weise noch einmal aufgedröselt hat erschien mir offen gesagt einfach als Selbstverständlichkeit bekannt. Bin da ein Kind linker Zusammenhänge der 80er und 90er Jahre.
hf (Gast) - 17. Jun, 01:55

Zum User "jens" (nicht an ihn, denn ich korrespondiere nicht mit ihm) http://kritikundkunst.wordpress.com/2011/06/11/schlecht-bis-gar-nicht-gefickt-hausmitteilung/


mehr ist dazu nicht zu sagen.

ansonsten: ich halte es bekanntlich mit den etwas kruden Fällen. Wie man seit Jahren nachlesen kann, habe ich mich sowohl pro Eva Hermann als auch pro Heiner Rindermann eingesetzt. Nicht, weil ich das teile, was die meinten. Aber das label, welches ihnen aufgeprägt wurde, war falsch. Eva Hermann ist ne konservative Tusse (sorry!), die immer noch an das verlogene Familien-Idyll Adenauerdeutschlands glaubt...aber Hitler verteidigt hat sie nun wirklich nicht. Das de facto Berufsverbot gegen Hermann empört mich. Mit derselben Logik hat Chomsky Faurrison verteidigt - natürlich nicht, weil Chomsky Faurrisons widerwärtige Holocaust-Leugnerei mitmachte ("Of course not. Faurrison is wrong. easy to remove"), sondern weil Chomsky es falsch findet, Meinungen sanktionsbewehrt zu verbieten. (Um das klarzustellen: Hermann hat nie den Holocaust geleugnet; Hitler nannte sie einen Verbrecher.) Bei Rindermann war es etwas komplizierter: Ich bin gegen seine Ansätze, aber er hat einige interessante Aspekte gebracht, und Rassist ist er nicht (jedenfalls waren seine damaligen Aussagen nicht rassistisch). Rindermann hatte sich einfach etwas ungeschickt ausgedrückt...daraus darf man ihm aber keinen Strick drehen. Die organisierte und im virtuellen Bus herrangekarrte Empörung gegen Rindermann hat sich einfach konsequent geweigert, das ach so pöhse Interview zuende zu lesen. Das hat mich damals geärgert, ärgert mich heute noch. The same with kachelmann. Dass ich diesem ehemaligen Botschafter der Initiative neue soziale Marktwirtschaft nicht sonderlich nahe stehe, sollte klar sein. Aber hier lagen eben besondere Umstände vor - gerade auch wg Prominenz, Groupie-Phänomen etc. Ginge es nicht um ein fürchterlich ernstes Thema, man müsste in schallendes Gelächter ausbrechen: Endlich einmal bequemt sich die Staatsanwaltschaft zusamt ihren Hilfsbeamten, dem möglichen Opfer zu glauben...und greift gleich so ins Klo! Noch heute - im Fachblatt für Feminismus "Bunte" - faselt CSD vom Messerangriff. Dieser angebliche Messerangriff ist forensisch widerlegt, period! Und wer bleibt auf der Strecke? Klar! Die wirklichen Opfer! Ist wie mit Worms! Alle wirklichen Kinderficker rufen seither "Worms, Worms, false memory syndrom, false memory syndrom!" Na dank auch schön! Das haben die "bewusst parteilichen Opferschützer" ganz prima hingekriegt!

Nebenbei: Opferempathie...wer war in Worms eigentlich das Opfer? waren es nicht die zu Unrecht Beschuldigten? Kaputt bis heute, finanziell erledigt? Wem gebrichts hier eigentlich an Opferempathie? Ich weiß auch, welche Rolle Worms in der konservativen Rhetorik spielt, ich bin ja nicht blöd. Nur ist das kein Argument. Die unschuldig Beschuldigten in Worms waren die realen Opfer in diesem Fall. Wer das bestreitet, muss seinen Hegel im Vollsuff gelesen haben. Um die Fragen, die sich hieraus ergeben, geht es. Warum, um alles in der Welt, hat die kritische Linke solche Probleme mit solchen Fragen? Was ist denn dabei, zuzugeben, dass es im Rahmen der sehr nötigen Arbeit rund um Gewalt gegen Kinder und Frauen in Einzelfällen eben auch Fehler gibt? Welchen Zacken aus der Krone hätte sich Wildwasser gebrochen, wenn der Verein aufgetreten wäre und in Worms "sorry" gesagt hätte?

Momo, netbitch1 und che fällt es offenbar schwer, Erfahrungen und Einsichten, die außerhalb ihrer aus feministischen Theorien gebauten Laube gewonnen wurden, richtig zu begegnen. Besonders Hartmuts und georgis Einlassungen werden regelmäßig unter Zuhilfenahme aller möglichen Vorurteile abgewehrt.

Hartmut geht es im Prinzip um nichts anderes, als anzuerkennen, daß das Urteil der beiden Gerichtsreporterinnen (Rückert, Friedrichsen) auf der Grundlage der während des Prozeßverlaufs festgestellten Fakten beruht. Hartmut argumentiert durchweg vorsichtig. Weder beteiligt er sich an Kachelmanns Siegesrummel noch bei den feministischen Opferschützern. Er plädiert für Vernunft, die nicht bei der einen und auch nicht bei der anderen Gruppe zu finden ist. Deshalb hält er sich auch damit zurück, sich einer politischen Gruppierung zuzuordnen.

georgi, der netbitchs Unwillen ausgelöst hat, argumentiert mit ganz anderem Temperament. Ganz gern schüttet er das Kind mit dem Bade aus, bringt Dinge zusammen, die nicht zusammengehören, geht nicht auf die Argumente der Gegenseite ein etc. Er bringt die Theorien Susans Brownmillers aus ihrem Standardwerk "Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft" und den Begriff der Definitionsmacht in die Diskussion hier an, was insofern korrekt ist, weil auf deren Grundlage tatsächlich die feministischen Aktivisten sich im Kachelmann-Prozeß positionieren. georgi schüttet aber, wie ich schon sagte, das Kind mit dem Bade aus. Er trampelt wie wild auf den feministischen Theorien herum, entwickelt beachtlich konsistente Theorien, die diese feministischen Theorien in die Nähe des Totalitarismus rücken und dergl. mehr. Sein antifeministischer Kontext rührt nicht von einer Nähe zu Burschenschaften, dem RCDS etc. Das sind alles Unterstellungen. Auch er beschäftigt sich genau wie genova68 nicht mit dem Kachelmann-Prozeß selbst sondern eher mit den Ideologien, denen die Prozeßbeobachter unterliegen. An und für sich ist es schwer auszumachen, welchem Einfluß und welcher politischen Gruppierung georgi sich verbunden fühlt. Reste der Sozialisation der DDR spielen wohl eine Rolle.

georgi (Gast) - 17. Jun, 09:13

http://www.jungewelt.de/2011/06-17/024.php heute dazu:
Wer ist Aiman Al-Sawahiri – und wenn ja, wieviele?
Woher weiß momo eigentlich, daß ich männliche Hete bin? Ich könnt ja auch eine frustrierte Gleichstellungsbeauftragte, eine närrische wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem gendersoziologischen Institut sein oder so etwas.

Es heißt ja immer, Männern wird eher als Frauen zugehört, auch, wenn Männer nur Durchschnittliches leisten. Ich könnte also eine Frau sein, die ihre Wahrnehmung dadurch verbessern will, daß sie sich eine männliche Identität gibt.

Und zu meiner angeblichen Sympathie für den RCDS und meinen angeblichen Konservatismus sage ich nichts.

momorules (Gast) - 17. Jun, 09:46

Es ist doch immer wieder erstaunlich - das ist ECHT strukturell evangelikal: Man gibt sich Mühe, eine halbwegs differenzierte Argumentation zustande zu bringen, und erhält als Antwort Expertiesen zu Eva Herrmann, einem Herrn Rindermann und dem völlig anders gelagerten Fall "Wildwasser". Und Georgi mumaßt mal wieder rum, wer was wirklich sein könnte. Das ist ja nicht nur im engeren Sinne unhöflich und hochgradig wirr, Georgi scheint ernsthaft paranoid zu sein, das ist zudem schlicht ein Beleg für oben Beschriebenes: Man ersetze möglichst Erfahrungswelten von Frauen durch irgendein anderes Thema oder "Fakten", über die dann indirekt auf das Erleben von Personen geschlossen werden soll, womit wieder böswillig die Differenz zwischen der Beweiserhebung in einem Gerichtsverfahren und Geschlechterverhältnissen im Allgemeinen eingeebnet wird. Feminismusverbesserer scheint auch so ein Laienrichter zu sein, der dann mutmaßlich der Gattin das Haushaltsgeld nur gnädig kürzt, weil sie nachweislich das Clo nicht richtig geputzt hat. Das wurde Ideologie aber mit Löffeln gefressen.

In dem Zusammenhang wäre interessant, wie es denn um die dieser "Gerichtsreporterinnen" von DIE ZEIT und SpOn bestellt ist. In der aktuellen DIE ZEIT finden sich auch erschütternde Texte, die vor allem belegen, dass nicht alle bereit sind, Kästners "Was immer auch geschieht, nie dürft ihr so tief sinken, den Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken" zu folgen. Das waren Texte, die in etwa analog dazu waren, dass ein Homo anfängt, ernsthaft zudiskutieren, ob er sündig ist oder ob an Freuds Neurosenlehre nicht dochwas dran ist. Weil die Frage, anhand welcher Parameter und im Rahmen welcher institutionellen Ordnung sich Objektivität konstituiert und wie das Subjekte zurichtet, gar nicht gestellt wird.

Da finde ich Kachelmanns Justizschelte um einiges intelligenter.
georgi (Gast) - 17. Jun, 14:14

momo: Hartmut wollte ja eigentlich nur darauf hinaus, Vorgänge, die sich in der Realität abspielen, differenziert zu betrachten, und Personen wie CDS in ihrer Widersprüchlichkeit darzustellen, und nicht nur als Falschbezichtigerin oder Vergewaltiger oder Nazi oder als Instanz sonst eines Feindbildes.

Alle anderen Diskussionsteilnehmer exekutieren entweder feministische Theorien oder verlängern diese in einer geraden Linie zu Dystopien wie nörgler oder ich, kritisieren an diesem und jenem herum. Mit der Frage "Was hat sich in der betreffenden Nacht abgespielt?" hat sich allein Hartmut beschäftigt. Er stellt dabei auch nicht feministische Theorien in Frage. Er möchte auch nicht seine Aussage über den Kachelmann-Fall hinaus verallgemeinert wissen. Wäre Kachelmann schuldig gewesen, so hätte er auch das akzeptiert. Dann hätten die Antifeministen Hartmut angespuckt. Das ist alles.

BTW: Ich bin kein Opfer, wie momo behauptet. Opfer müssen sich auch nicht rechtfertigen, zumindestens nicht vor mir, weder die Opfer von Vergewaltigungen (netbitch) noch die der Shoah (momo).
mmorulez (Gast) - 17. Jun, 15:54

Es geht nicht um feministische Theorie, sondern die Lebenserfahrung von Frauen und um feministische Praxis. Und natürlich habe ich mich mit dem Fall beschäftigt, was soll die Unterstellung schon wieder. Ob Kachelmann schuldig ist oder nicht, weiß vor allem die Nebenklägerin, Hartmut aber mit Sicherheit nicht.
georgi (Gast) - 17. Jun, 16:24

Ob Kachelmann schuldig ist oder nicht, weiß vor allem die Nebenklägerin, Hartmut aber mit Sicherheit nicht.
Das Gericht weiß es nicht. Darum geht es. Was Hartmut weiß, ist irrelevant.

Der Kachelmann-Fall ist entweder mit Vorsatz oder aus Versehen für die feministische Praxis ausgewählt worden. Es war ja keineswegs so, daß die Aussage der Nebenklägerin ungenügend berücksichtigt worden wäre. Vor Gericht hatte die Polizei ja die Glaubwürdigkeit der Aussagen der Nebenklägerin bestätigt. So eine Nebenklägerin hat auch Rechte, und muß sich auch keineswegs nackigt ausziehen. Es ist nur sehr sinnvoll, die Ermittlungen zu unterstützen, um den Täter zu überführen. Das ist eigentlich alles.

Und wenn feministische Praxis bedeutet, das Beweisaufnahmeverfahren in Strafprozessen abzuschaffen, dann bekommt die feministische Praxis Gegenwehr von nörgler, Hartmut und mir und anderen. Dann trötet es auch "Feminismus schafft die Unschuldsvermutung ab", "Feminismus sei nix als Männerhaß", "Feminismus sei totalitär" und dergl. mehr aus dem WWW, und kein vernünftiger Mensch könnte etwas dagegen sagen.
Hartmut (Gast) - 17. Jun, 16:44

so sieht es aus, georgi. Und beim "Fall Amerell" bin ich pro Amerell nicht, weil er schwul ist (genauer wohl bi) und nicht, weil ich Momo gefallen möchte, sondern weil die Faktenlage einfach für ihn spricht. H i e r halte ich Vorwürfe an eine schwulenfeindliche Justiz auch für goldrichtig. ich halte das (zivilrechtliche) Urteil gegen Manfred Amerell für einen Skandal (und habe das in meinem Blog auch so geschrieben, hat nur wieder keiner gelesen, weils der Anti-Hartmut-Stimmung nicht entsprach). Wäre die Spurenlage am Messer anders gewesen, Kachelmann aber dennoch freigesprochen worden, wäre auch das ein Skandal gewesen, und würde den Schluss auf eine frauenfeindliche Einstellung des Gerichts rechtfertigen.
momorules (Gast) - 17. Jun, 20:44

@Georgi:

Nun wieder die "Abschaffung der Beweiserhebung" als Forderung von irgendwem zu erfinden ist doch auch schon wieder nur Quatsch. Das ist ja das Nervtötende an dieser ganzen Diskussion: Es wird alles dafür getan, das entscheidende Argument zu ignorieren.

Der Fall Kachelmann ist deshalb Sujet, weil da drumherum, habe ich oben doch auch geschrieben, besonders viel maskulinistischer Schindluder getrieben wurde. Dummerweise hat die Schwarzer auch lauter Mist gebaut, das macht die Sachlage noch schlimmer. Und Du glänzt wie viele andere darin, durch Nonsens-Unterstellungen einfach nur falsche Zustände rhetoriach zu zementieren.

@Hartmut:

Wie sagte die Nebenklägerin gerade so schön: "Hätte ich eine perfide Racheaktion gegen Kachelmann geplant, dann bestimmt nicht mit einer Story voller Erinnerungslücken." Gerade Dir sollten dieFolgen von Traumatisierungen doch geläufig sein, wo Du mir hier schon mit Amarell kommst. Beckenbauer galt in einem Fall analog zu jenem Amarells übrigens als geiler Hecht.
georgi (Gast) - 17. Jun, 21:57

@momo: Ja eben! Da wird viel Schindluder getrieben, von Maskulisten, aber auch von Feministen und noch von vielen anderen. Das ist ja der Punkt.

Wegen der Abschaffung des Beweisverfahrens beziehe ich mich z.B. auf diese Stelle: http://www.jpberlin.de/antifa-pankow/defmacht/index.php?section=campaign
, die ich nicht für eine Außenseiter-Position in der Frage halte:
Auf dem Rechtsweg ist eine betroffene Person dazu gezwungen, die erlebte Erfahrung in aller Öffentlichkeit in allen Einzelheiten darzulegen. Dabei werden ihre persönlichen Grenzen erneut ignoriert. Es ist bekannt, dass dies in vielen Fällen bedeutet, dass sich die Tat traumatisch wiederholt.
Leider muß das Gericht den Tathergang rekapitulieren können, um die Wahrheit herausfinden zu können.
Außerdem outet sie sich in aller Öffentlichkeit: vor Freund_innen, Familie, Kolleg_innen als Opfer einer Vergewaltigung mit den verschiedenen sozialen Konsequenzen.
Theoretisch hat die Nebenklägerin das Recht auf Schutz ihrer Identität. Hier ist wohl was schiefgelaufen.

Ich laß jetzt ein bißchen was aus. Jetzt aber kommt es:
Darum fordern wir das "Definitionsrecht" für die Betroffenen. Das heißt es soll ihnen das Recht eingeräumt werden, einen Täter zu markieren ohne für die Beweislast verantwortlich zu sein. Ihrer Aussage muss Glauben geschenkt werden, da sie nicht beweisbar ist! Ihre Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden und er die Verantwortung übernehmen!
Voila, Abschaffung des Beweisaufnahmeverfahrens! q.e.d.
momorules (Gast) - 17. Jun, 22:16

Ich antworte Dir von nun an auch, indem ich aus Maskulinisten-Blogs zitiere. Ich stimme meinerseits dem lediglich bis zu dem Punkt zu, da es Kriterium staatlicher Gewaltausübung wird, da ziehe ich dann nicht mehr mit, wie nun dermaßen oft betont, dass es eine Frechheit ist, dass das nicht zur Kenntnis genommen wird - dieser Saufhaufen Realjustiz ist doch eh nicht auch noch ständig dadurch zu stützen, dass Hartmut irgendwelche Forensiker anbetet und man ausgerechnet denen nun zugesteht, in so einem Fall zu entscheiden, was Wahrheit sei.

Ihr seid mir echt lustige Wilhelministen. Staatsgläubig, autoritätsgläubig. Ein derartiges Vertrauen in ein verzweigtes Gebilde, das ansonsten Hartz IV-Empfänger gängelt und bis in seine seine Wurzeln rassistischen Scheiß verzapft, hallelujah.

Unabhängig und ausserhalb von staatlicher Gewaltausübung stimme ich dem allerdings zu. Und wenn Dich irgendwer in einen Hinterhof zerrt und ordentlich durchfickt, kannst Du danach ja staatlich Institutionen fragen, ob Du vergewaltigt wurdest, wenn der Täter schlau genug war, keine Spuren zu hinterlassen.
netbitch - 17. Jun, 22:22

Hier wird ja nun recht erfolgreich und mit großer Beharrlichkeit aneinander vorbei diskutiert. Bei Hartmut ging es um den Fall Kachelmann, gerade auch unter kriminologischen und kriminalistischen Aspekten. Bei Che, Momo und mir ging es nicht darum, sondern aufgezogen am Anlass dieses Falles um das genderpolitische Klima, in dem Vegewaltigungsprozesse geführt werden. Die Forderung nach der Definitionsmacht des Opfers hatte ursprünglich die Gerichtsnormalität in den 1970ern zum Ausgangspunkt, wobei weiße männliche heterosexuelle Richter definierten, was eine Vergewaltigung sei. Diese Definition wurde sehr eng begriffen: Vollständige Penetration, nachweisbare Wunden im Genital- oder Analbereich, erfolgte, aber erfolglose Gegenwehr des Opfers. Dass hierbei die Richter selber patriarchale Sexfantasien in das Opfer hineinprojizierten war eher der Normalfall. Vor dieser Ausgangslage formulierten Frauen den Anspruch des Opfers, zu definieren, was eine Vergewaltigung sei. Das halte ich für gut und richtig.


"Das heißt es soll ihnen das Recht eingeräumt werden, einen Täter zu markieren ohne für die Beweislast verantwortlich zu sein. Ihrer Aussage muss Glauben geschenkt werden, da sie nicht beweisbar ist! Ihre Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden und er die Verantwortung übernehmen!" halte ich dabei in der hier gebrauchten Formulierung für überzogen. Ich bin auch nicht der Auffassung, dass sexuelle Übergriffe ohne schwerste Demütigung des Opfers als Vergewaltigung bezeichnet werden könnten, oder z.B. harter und schmerzhafter Sex, bei dem die Frau aber Befriedigung erfährt und nicht "nein" gesagt hat.

Ein anderer Punkt ist die absurde Annahme, dass aus der Definitionsmacht Selbstjustiz zwingend abgeleitet würde. Hat von uns jedenfalls nie jemand vertreten.
georgi (Gast) - 17. Jun, 23:32

momo:
Ich antworte Dir von nun an auch, indem ich aus Maskulinisten-Blogs zitiere.
Klar, immer zu! Das ist auch besser so, der Gegenseite zuzuhören.
dieser Saufhaufen Realjustiz ist doch eh nicht auch noch ständig dadurch zu stützen, dass Hartmut irgendwelche Forensiker anbetet und man ausgerechnet denen nun zugesteht, in so einem Fall zu entscheiden, was Wahrheit sei.
Eine bessere Justiz wirst Du nicht finden.
Und wenn Dich irgendwer in einen Hinterhof zerrt und ordentlich durchfickt, kannst Du danach ja staatlich Institutionen fragen, ob Du vergewaltigt wurdest, wenn der Täter schlau genug war, keine Spuren zu hinterlassen.
Dann wird es nix mit der Verurteilung des Straftäters. So ist das. Kann man nicht ändern.

@netbitch: Das besagte Zitat ist ja die Konsequenz des Vorangesagten. Wenn man es dem Opfer nicht zumuten kann, daß es den Tathergang schildert, dann kann das Gericht auch die Wahrheit nicht herausfinden. Wenn man ein Interesse daran hat, daß der Täter überführt wird, dann kann man dem Opfer die Tortur nicht ersparen.

Im übrigen haben die Leute ja recht damit, daß man Vergewaltigung nicht beweisen kann. Falschbezichtigung aber auch nicht. Dementsprechend hoch sind Dunkelziffern und unsicher wissenschaftliche Aussagen. Beste Voraussetzung also für sinnlose Streitereien zwischen Femini- und Maskulisten, die beständig einander widersprechende Statistiken als Argument heranziehen.
netbitch - 18. Jun, 00:22

Und wiedereinmal wurde mir auf meinem eigenen Blog nicht zugehört, zumindeast nicht direkt auf das geantwortet, was ich selber schrub.
anonymsiehetext (Gast) - 18. Jun, 01:46

@ netbitch: dies hier: "Die Forderung nach der Definitionsmacht des Opfers hatte ursprünglich die Gerichtsnormalität in den 1970ern zum Ausgangspunkt, wobei weiße männliche heterosexuelle Richter definierten, was eine Vergewaltigung sei. Diese Definition wurde sehr eng begriffen: Vollständige Penetration, nachweisbare Wunden im Genital- oder Analbereich, erfolgte, aber erfolglose Gegenwehr des Opfers. Dass hierbei die Richter selber patriarchale Sexfantasien in das Opfer hineinprojizierten war eher der Normalfall. Vor dieser Ausgangslage formulierten Frauen den Anspruch des Opfers, zu definieren, was eine Vergewaltigung sei. Das halte ich für gut und richtig. "

habe nun wiederum ich nicht bestritten. Mit dem Zusatz "Vor dieser Ausgangslage" kann ich das alles unterschreiben. War übrigens in den 80ern und teilweise 90ern noch genau so schlimm. Das alte Trara von wegen "Haben Sie einen Minirock getragen, haben Sie Herrn X Avancen gemacht?" etc kam dann noch hinzu. Nur: gerade im Fall Kachelmann wird man der Justiz nun solche Vorwürfe wirklich nicht machen können. Oltrogge hat doch alles probiert - am Rande der Rechtsbeugung und nach meinem Empfinden (Staatsanwaltschaft muss auch ENTlastendes würdigen) auch darüber hinaus. Der Feminismus hat sich keinen Gefallen getan, das Ganze nun gerade an Kachelmann aufzuziehen. Hier gab es eben auch noch die Eigengesetzlichkeiten der Promi-Szene etc. Man sollte andere Fälle heranziehen. leider gibt es sie ja wie Sand am Meer. Vereinfacht gesagt: Strukturell hat der Feminismus wohl eher recht - aber gerade in diesem sehr speziell gelagerten Fall eher nicht!

@ momo: Tja, der Amerell. Der liegt Dir im Magen, stimmts? Auf einmal funzt die Anti-hartmut-Folie nicht mehr... ich glaube Du begreifst nicht, dass ich pro Amerell bin aus den gleichen Gründen, aus denen ich pro Hermann, Kachelmann, Rindermann, den Wormser Familien oder allen vergewaltigten Frauen bin: Weil ihnen allen jeweils Unrecht getan wurde.

Zur Traumatisierung: ich gehe davon aus, dass CSD traumatisiert ist. Aber nicht wg Vergewaltigung, sondern weil ihr lebensprojekt gescheitert ist. Weil es in besagter Nacht jenen kruden, schmerzhaften Abschiedssex gegeben hat, der - ohne dass von Vergewaltigung im mindesten zu reden wäre - kaum noch als freiwillig zu bezeichnen ist. Jener letzte Sex, den wir alle wohl kennen: Noch einmal an diesem Körper, noch einmal mit diesem Körper, aber es ist bereits vorbei, aus, ende. finito.

ich habe, da ging es nicht um Vergewaltigung, im erweiterten bekanntenkreis einen fall erleben müssen, den ich jetzt aus Gründen, die auf der hand liegen, nicht detaillierter schildern darf (was beneide ich die anonymen manchmal...). ich will es versuchen: Männlein, Weiblein, große Liebe. Wie´s so kommt: Man arbeitet auch miteinander, baut gemeinsam ne Firma auf. Die läuft - hinterher kann man IMMER sagen: Schön blöd von der frau, stimmt ja auch! - allein auf seinen Namen. Verträge? Brauche´mer nich, wir ham uns ja liepp. Vorhersagbares Ergebnis: Er serviert sie ab. Da bloß er im handelsregister undsoweiterundsofort, ich muss wohl nicht weiter reden. Ekelhaft. Der Mann hat diese Frau niemals körperlich vergewaltigt. Dennoch empfinde ich das, was er ihr angetan hat, EINERSEITS als psychische Vergewaltigung, als Zerstörung der Integrität eines Menschen. Ergebnis: Psychiatrie, Hartz IV, Privatinsol, Alkohol, steht unter Betreuung mit Aufenthaltsbestimmung und allem Trara. Da wird mir einerseits sogar beim Stichwort Selbstjustiz ganz anders. Na seffastääändlich plädiere ich nicht für Selbstjustiz! Nienichgarnie! Das wolln wir mal klargestellt ham! (Was für ein Arschloch!)

Und dennoch: Niemand hat die Frau gezwungen... Hier sind, bei aller Liebe, Eigenanteile zu hinterfragen...

@ georgi: man kann vergewaltigungen teilweise sehr wohl beweisen - direkt, ggfls aber auch indirekt. Es ist forensisch schwierig, aber nicht unmöglich.

@ all 1: Was soll man Opfern empfehlen? Allein das Wort "empfehlen" lässt sich, mit Kafka, nur knarrend aussprechen. Also, dies vorausgesetzt: Es ist nach allen Erfahrungen eigentlich immer richtig, sich massiv zu wehren. Brüllt! Die wenigsten Vergewaltigungen finden aufm dunklen, einsamen Waldweg statt - das ist ein xy-Mythos. "Vergwaltigung! Hilfe!" Brüllt es raus. Zur Selbstverteidigung: Zieht durch! Tretet, beißt, schlagt auf alles, was ihr erreichen könnt.

Am wirkungsvollsten sind Angriffe auf die Augen! Finger steif machen und sofort - SOFORT! - seine Augen angreifen. Meistens werdet ihr nicht treffen (wenn doch: dann ist er eben blind! who cares!), aber solche Angriffe beeindrucken jeden...Vergewaltiger sind feige, häufig werden sie nach solch entschlossener Gegenoffensive flüchten. Erreicht ihr seine Augen nicht mehr, dann Kehlkopf oder Eier. Wenn von hinten angegriffen, gilt im Prinzip das gleiche: Sind Eure Arme noch frei, so sind sofort seine Augen anzugreifen. Ansonsten Kehlkopf/Eier. geht auch das nicht mehr: Schienenbein ist schmerzempfindlich. Sonst mit aller Wucht auf seine Füsse treten. Wenn ihr am Boden liegt: ist Sand oder analoges Material vorhanden und greifbar? ne Handvoll ergreifen und ab in seine Augen damit! danach, solange er kampfunfähig herumirrt: Kaputt-treten! Durchziehen, erbarmungslos! Das Schwein hat Euch nicht anzugreifen!

Am wichtigsten: Wenn Ihr angegriffen werdet, so muss Euch, wenn es geht, ein Grundsatz im Kopf sitzen, trotz aller Aufregung: Alles, dinglich alles ist erlaubt, um diesen rechtswidrigen Angriff auf Euch abzuwehren. Klar, ein leichter Rempler darf nicht mit "blind machen" beantwortet werden, das würde die Justiz zu Recht, auch moralisch zu Recht, Notwehrexzess nennen. Nur reden wir hier ja nicht über leichte Rempler, sondern über Vergewaltigungen. IHR habt Recht! Ihr dürft, nein, ihr sollt, nein, ihr müsst Euch verteidigen. Mit allem, was Euch möglich ist!

hat Euch der Täter überwunden und zB gefesselt, so gelten ab sofort andere Gesetzlichkeiten. Primärziel ist Euer Überleben, Sekundärziel seine Verurteilung. Redet mit ihm! Wenn er Euch nicht sofort getötet hat, verweist das darauf, dass er Euch zumindest nicht primär töten will, sondern anderes mit Euch vorhat. Meistens sexuelle Demütigung, manchmal asexuell (geht das?) begründete Machtdemonstration! "Kooperiert" (so hart es ist!) und merkt Euch markante Einzelheiten. Nicht alles - das kann sich keine/r merken! - , sondern zwei, drei besonders markante Punkte!

Allemal bin ich pro Selbstverteidigung kostenlos für alle Mädels. Solange es die nicht gibt: Überredet Eure Töchter, SV zu machen. Ich rede bei meiner da derzeit noch leider gegen Wände.

@ all: dass prozesse öffentlich stattfinden ist eine demokratische Errungenschaft - gegen die geheime Kabinetts- und Fürstenjustiz. Finde ich an sich weiterhin richtig. Inzwischen sind wir aber weiter. ich fände es ebenso richtig, wenn das (mögliche oder tatsächliche) Opfer, also die Nebenklägerin, anonymisiert bleiben kann, wenn also, wie bereits bei Kindern möglich, per Videokamera aus dem Nebenraum agiert werden könnte etcetc. das Beweismaterial als solches würde da ja weiterhin öffentlich verhandelt (was auch richtig ist wg sonst drohender Geheimjustiz), aber die Persönlichkeitsrechte/Schutz Traumatisierter blieben gewahrt.
bersarin (Gast) - 18. Jun, 07:16

Völlig recht hast Du, Hartmut, was die „Ware Opfer“ betrifft, wenn sich, wie im Beispiel „Feuerherz“ von Senait Mehari, jemand als etwas ausgibt, was er oder sie nicht ist: Lediglich um die Karriere und die Selbstvermarktung zu fördern. (Allerdings: unabhängig vom Wahrheitsgehalt ist dieses Buch bereits der Form nach medialer Kitsch.) Schnell verlief sich der Fall dann im Sande und kaum einer sprach mehr davon.

Und es sind solche Lügen zudem ein Schlag ins Gesicht gegenüber denen, welche keinen medialen Resonanzraum erhalten oder sich diesen nicht verschaffen können, weil das System Springer/Burda/Holtzbrinck/Bertelsmann/Burda/Welbild nicht an solchen Perspektiven interessiert ist, sondern lediglich am narkotischen Krawall bzw dem Gegenstück: der narkotischen Rührseligkeit. Denn das System „Medien“ ist ein Narkosesystem, das nur das und vor allem selektiv zum Sprechen bringt, was den eigenen Nutzen maximiert.

Und damit bin ich bei den Aspekten, die Momorulez anspricht. Die Mehrzahl sind eben nicht Opfer, die keine sind, sondern Opfer, denen Gewalt angetan wurde, die keinerlei oder sehr wenig Stimme haben; in diesem speziellen Falle: Frauen, die vergewaltigt, Frauen gegen die Gewalt ausgeübt wurde. Skepsis als erste Reaktion bei der Schilderung einer Vergewaltigung, sei es im Bekanntenkreis oder in der Vernehmungssituation, ist wohl das letzte, was hier hilfreich ist und dient dann, bei aller Berechtigung, die Skepsis ansonsten hat, ihrem Gegenteil: nicht Kritik zu üben, kritisches Bewußtsein abzugeben, sondern das, was ist, zu befestigen.

Anders sieht es natürlich bei einem Richter/einer Richterin aus, der/die kritisch prüfen muß und die Beweise und Gegenbeweise gleichermaßen sichtet. Auch hier ist allerdings die Frage zu stellen, wie intern vorgegangen wird, wie sich die Praktiken strukturieren und entwickelt haben. Dies aber ist eine ganz andere Perspektive als die der Opfer oder der Marginalisierten; genauso wie die Perspektive, wo uns ein Geschehen durch die Medien vermittelt wird, eine völlig andere ist. Diese Dinge sind in herrschende Diskurse eingebunden, die systemstabilisierend wirken sollen: als System „Justiz“, das es noch einmal gesondert zu hinterfragen gilt nach seinen Mechanismen. Hierzu sei ein sehr langer Text von Foucault empfohlen: „Die Wahrheit und die juristische Form“, wo die Strukturen von Macht und Wissen, die sich über die juristischen Form ausdifferenzieren, analysiert werden. Und als System „Medien“, das sich nicht für Opfer oder für Täter interessiert, sondern einer völlig eigenen Dynamik folgt. Eine Kritik der Justiz bedeutet dabei freilich nicht, das gesamte Rechtssystem über Bord zu werfen und die Wasserprobe oder die hochnotpeinliche Befragung wieder einzuführen. Zu empfehlen ist hier, wie gesagt, jener Text von Foucault.

Ich vermag es nicht zu sagen, was ein Opfer zu tun hat, weil ich keines bin oder war. Was ich lediglich machen kann, ist hier zuzuhören, was mir erzählt wird und dieses Erzählte ernst zu nehmen. Diesen Stimmen einen Raum zu geben, halte ich für elementar, und zwar nicht in einer paternalistischen Weise. In diesem Falle muß ich dann – ausnahmsweise einmal – einbekennen, daß meine Stimme hierbei sekundär ist. Allerdings muß dieser Raum, diese geschaffene Möglichkeit zum Diskurs rückwirken auf die Justiz und die Exekutive sowie die ihr nachgeordneten Vollzugsorgane Polizei und Staatsanwaltschaft. Ansonsten blieben diese Dinge ein leeres Spiegelspiel.

Und in der Diskussion drüben bei che ging es ja nicht primär darum, ob die Frau, welche Kachelmann anzeigte, nun Opfer ist oder nicht, sondern um die Möglichkeiten, die vergewaltigte Frauen haben: daß Ihnen Gerechtigkeit zukommt. Und diese Möglichkeiten sind immer noch, trotz mancher Verbesserung im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten, denkbar schlecht. Darauf ist der Blick zu richten.

(Schlimm allerdings, wenn sich an solchen Gesprächen Flachorgelpfeifen wie Jens beteiligen. Dies ist dann die Empathie des Hohlsinns. Was soll man da noch sagen: Jens hat Demenz? Aber das pfeifen in Tübingen mittlerweile nicht einmal mehr die Spatzen von den Dächern.)

momorulez (Gast) - 18. Jun, 08:56

@Bersarin:

Ja.

@netbitch:

Ich finde das auch verblüffend, wie außer Bersarin dieser Haufen Kerle hier einfach weiter monologisiert. Unertrãglich. Und vor allem, wie sich permanent quasi-richterlich die "3. Person", ein "man" konstituiert, das in sich die Position eines Richters im Strafprozess einnimmt. So was "ich" bläht sich auf zum objektiven Weltwissen, und ein "Du" wird nur als instrumentelles formuliert: Zurichtungsberechtigung oder auch nicht. Georgi ist außerstande, auch nur irgendein Argument auch nur wahrzunehmen, was sich außerhalb der Strafprozessordnung situiert.

@Hartmut:

Ich weiß ja nicht, ob bei Dir manipulativer Blödsinn irgendwie dazu gehört; dass Du tatsächlich glaubst, Du bräuchtest nur "Amarell" sagen, und irgendein "Anti-Hartmut"-Dingens würde nicht mehr funzen, ist eine Unverschämtheit. Der Hauptgrund, aus dem ich in der Regel keine Lust habe, mit Dir zu kommunizieren, sind diese manipulativen Manöver. Das ist mir einfach zu anstrengend.

Bemerkenswerterweise ist bei Deinem Kampf gegen das Unrecht ja, wem Du "Eigenanteile" andichtest und wem nicht. Und diese Ausflüge in schlechten Liberalismus, die völlig verschiedene Sachverhalte mal eben über einen Kamm scheren und in einen dämlichen Anti-PC-Kampf münden. Du bewegst Dich im gleichen Paradigma wie die "Bissigen Liberalen". Mit denen konnte man auch nicht reden, weil die alles Relevante weg formalisierten.

Ein möglicher Schlüssel zum Thema "Definitionsmacht" ist übrigens das, was Tugenhat in "Selbstbewusstsein und Selbsbestimmung" über die epistemische Assymetrie und veritative Symetrie beim unmittelbaren epistemischen Selbstbewusstsein schrub. Bevor jetzt wieder irgendwer in alberne Postmodernekritik abdriftet.
hartmut (Gast) - 18. Jun, 12:29

momo, die "Eigenanteile" betrafen den speziellen fall einer psychischen Abhängigkeit, den ich schilderte. Eine körperlich angegriffene Frau hat keine "Eigenanteile" zu verantworten; das sollte wohl klar sein.

Bei vergewaltigungen, die - sozusagen leider - keine Spuren hinterlassen haben, versagen die Mittel des rechtsstaats. ich weiß da keine Lösung.
georgi (Gast) - 18. Jun, 13:33

Bersarin hat die Symphonie in einem Akkord beschlossen. Doch der war ein Trugschluß, wie man das in der Musik so nennt. Es folgt noch eine noch dramatischere Durchführung.
Georgi ist außerstande, auch nur irgendein Argument auch nur wahrzunehmen, was sich außerhalb der Strafprozessordnung situiert.
Doch, Eure Argumente haben aber nur im Zusammenhang mit dem Kachelmann-Prozeß nichts zu suchen.

Ich bestehe ja auch darauf, daß, wenn jemand behauptet, er sei Opfer von Migrantengewalt geworden, daß das vor Gericht nachgeprüft wird, bevor ich anfange, für das mutmaßliche Opfer Empathie zu empfinden. Es könnte ja sein, daß das mutmaßliche Opfer sich die Tat ausgedacht hat, einfach, weil es was gegen Migranten hat. Mit Hilfe eines beglaubigten Opferstatus kann man sich dann so schön öffentlich in Szene setzen und herrlich dem Haß auf seine Feinde frönen. Die Schnorren, die H. M. Broder anführt, glaube ich ja deshalb auch nicht unbesehen. Es wäre ja noch schöner, wenn irgendwelche Moslemhasser mir befehlen könnten, mich ihrem Verfolgungswahn und Ressentiment anzuschließen. Gleiches gilt für Maskulisten und Feministen und Anhänger noch anderer Weltanschauungsgemeinschaften mit ausgeprägten Feindbildern.

Etwas abgewinnen kann ich Bersarins Bemerkungen:
Und damit bin ich bei den Aspekten, die Momorulez anspricht. Die Mehrzahl sind eben nicht Opfer, die keine sind, sondern Opfer, denen Gewalt angetan wurde, die keinerlei oder sehr wenig Stimme haben; in diesem speziellen Falle: Frauen, die vergewaltigt, Frauen gegen die Gewalt ausgeübt wurde. Skepsis als erste Reaktion bei der Schilderung einer Vergewaltigung, sei es im Bekanntenkreis oder in der Vernehmungssituation, ist wohl das letzte, was hier hilfreich ist und dient dann, bei aller Berechtigung, die Skepsis ansonsten hat, ihrem Gegenteil: nicht Kritik zu üben, kritisches Bewußtsein abzugeben, sondern das, was ist, zu befestigen.
Die Dunkelziffern von Falschanschuldigungen und Vergewaltigungen dürften sehr hoch sein. Deshalb kann man deren Häufigkeit auch nicht vergleichen. Außerdem ist die Strafjustiz unzuständig. Das, was ihr von ihr fordert, kann sie unmöglich leisten.
che2001 - 18. Jun, 15:44

@"Außerdem ist die Strafjustiz unzuständig. Das, was ihr von ihr fordert, kann sie unmöglich leisten." ----- Was fordern wir denn von der Strafjustiz? Momorulez hat wiederholt darauf hingewiesen, dass ihm keine juristische Lösung einfiele, konkrete Änderungen in der Durchführung von Strafverfahren wurden eher am Rande von Netbitch ins Feld geführt, ansonsten ging es hier tatsächlich um die üble Rolle, die sensationshungrige Medien im Kachelmann-Prozess gespielt haben und eben das Thema der Definitionsmacht. Deine Behauptung, wir würden von der Strafjustiz etwas fordern ist einmal mehr Beweis, dass Du uns nicht zuliest.
georgi (Gast) - 18. Jun, 16:37

Deine Behauptung, wir würden von der Strafjustiz etwas fordern ist einmal mehr Beweis, dass Du uns nicht zuliest.
Die Definitionsmacht der Frauen im Strafprozeß fordert ihr. Das Thema "Definitionsmacht" ausgerechnet am Kachelmann-Prozeß abzuhandeln, muß aber bei allen beteiligten Seiten zu Mißverständnissen führen.

Zu erklären, was Vergewaltigung sei, könnte allein das Opfer bestimmen. Wenn es meint, es hätte eine Vergewaltigung gegeben, dann sei das so. Die Aussage des Opfers müßte dann vom Gericht so übernommen werden. Denn der Begriff der Vergewaltigung sei ja dadurch bestimmt, daß damit nicht-einvernehmlicher Sex gemeint sei. Einvernehmlicher Sex ist nicht strafbar, nicht-einvernehmlicher Sex ist Vergewaltigung und ein Kapitalverbrechen. Alles hängt also vom Einvernehmen ab. Und das ist eine rein-subjektive Einschätzung der Frau. Einschätzungen lassen sich nicht forensisch überprüfen. Forensische Überprüfungen führten nur zu überflüssigen Qualen des Opfers, weil es die traumatischen Erlebnisse ein zweites Mal durchmachen müßte, und die auch zu keinen verwertbaren Ergebnissen führen können, weil sie den Willen der Frau nicht beweisen. Falschbezichtigungen dagegen gibt es nicht, naja so selten, daß man das praktisch vernachlässigen kann. Auf dieser Grundlage wäre Kachelmann schuldig zu sprechen gewesen sein, denn der Sex wurde ja nie bestritten. Und hätte es die Definitionsmacht im Prozeß gegeben, dann hätte sich das Opfer auch seine Lügen ersparen können.

So ungefähr geht die Argumentation in o.g. Quelle. Auf dieser Grundlage erhebt sich dann der beklagte Lärm im WWW.

Ich habe oben ja eine Quelle angegeben, wo diese Meinung im Zusammenhang vertreten wird. Das dürfte keine Außenseiter-Position sein. In Diskussionen wollen ja feministische Vertreter andauernd Dinge nie so gemeint und gesagt haben.
momorulez (Gast) - 18. Jun, 18:10

Alter Männer monologisieren ja gerne, Georgi, und irgendwann packt man das auch nicht mehr mit der Wahrnehmung, dafür habe ich vollstes Verständnis - aber die Definitionsmacht als Kriterium im Strafprozess habe zumindest ich nun mal so was von wiederholt NICHT gefordert, dass ich Dir nicht mehr folgen kann. Du bist ja geradezu besessen von den Geistern, die Du selbst beschwörst.
che2001 - 18. Jun, 18:31

Und mal abgesehen davon: Ich habe gerade mit einem Richter zu dem Thema telefoniert, der selber der Auffassung ist, dass die Definitionsmacht beim Opfer zu liegen hat. Und der sagte, Maßstab sei immer die objektivierbare, kundgegegebene Ablehnung des Opfers. Wo kein "Nein", da keine Vergewaltigung. Aber in welcher Form diese vorgenommen wurde, das sei dann eben nicht mehr so objektiviert forensisch beschreibbar wie in älteren Verfahren, sondern liege in einem hohen Maß im Wahrnehmungsbereich des Opfers. Geschlechtsverkehr in irgendeiner Form muss da aber schon stattgefunden haben.
georgi (Gast) - 18. Jun, 19:02

Da frag ich mich doch, warum feministische Aktivisten Slutwalks veranstalten oder das hier, auf das ich mich immer beziehe.

Der entscheidende Teil der Aussage des Richters liegt wohl beim Wort "objektivierbar". Ich habe keine Vorstellung, wie ein objektivierbares "Nein" aussehen könnte.
netbitch - 19. Jun, 01:17

In Deinem Fall liegt das objektivierbare "Nein" in der Tatsache, dass ich Dich auf meinem Blog nicht haben will, Dir das auch gesagt und um ein "Piss off" erweitert habe und Du Dich immernoch hier rumtreibst. Weitere Georgi-oder alias Beiträge werden gelöscht. Wer immerzu die Ungerechtigkeit und Fanatisierheit feministischer Positionen beklagt, sollte sie wohl mal selbst erfahren.Hartmut und Genova, das gilt nicht für Euch.
hartmut (Gast) - 19. Jun, 02:16

schnell noch mal: Momo, ich sags zum gefühlten 27sten mal: Kein Vernünftiger bestreitet die Legitimität Deiner/Eurer Perspektive, das bereichernde. Um die ging es mir aber nicht. Mir ging es um konkret um den Fall. Ich war pro kachelmann aus dem selben Grund, aus dem ich pro Amerell war oder pro Amanda Knox. Pro Vera Brühne (damals übelst zur Quasi-Nutte gelabelt). Es ist unstreitig - allein die gehaltsverteilung belegt es -, dass Frauen bis heute strukturell diskriminiert werden. Es ist unstreitig, dass eine erkleckliche Menge von Vergewaltigern schadlos aus der sache herauskommen. 13 % verurteilungsquote! Selbst wenn wir Püschels 30 % (30 % falschbeschuldigerinnen) mitmachen, klafft da eine erhebliche Lücke! Die muss geschlossen werden!

Zu meinen unerbetenen "Tipps": Also, ich habe da noch mal recherchiert. Statistisch läßt sich sagen, dass bei sexuell motivierten Angriffen häufig der gute alte Satz "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt" gilt - aber leider nicht immer. manchmal gilt auch: "Kooperieren" (sorry für das böse Wort. Aber die Viktimologie verwendet solche Begriffe eben wertfrei im weberschen Sinn.) Primärziel muss sein: Überleben. Sekundärziel: das Schwein ausm Verkehr ziehen. Anbei: Was ich über die Augen als Angriffsziel sagte stimmt schon: Der Seh-Sinn ist unser wichtigster Sinn, ein entschlossener Gegenangriff auf den Seh-Sinn nimmt dem Angreifer im wahrsten Sinne augenblicklich seine Sicherheit. Kampfsporterfahrene werden noch andere, ggfls bessere Möglichkeiten kennen. Aber ich erinnere auch an das, was mir damals in meiner Jugend (so verkündt´ der Ü40-Opa jetzt mal, sich im Sessel zurücklehnend) mein Judo- und Karatelehrer sagte (es war Judo, er war aber auch Karate-Ka und hat karateelemente eingebaut), nachdem wir einen Abend lang "Abwehr eines Messerangriffs von oben" geübt haben: Wir standen nach Abschluß des Trainings in Gruppe um ihn rum.
"So, das haben wir jetzt also durchgenommen. Was also tue ich, wenn ich mit einem Messer angegriffen werde? Bitteschön, was sagst Du!"
Kollege fängt an. "Also, ich weise seinen Arm so-und-so ab..."
"QUATSCH! Umdrehen, weglaufen, um Hilfe rufen! Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass Ihr nach einem Abend fitt genug seid, um so einen Angriff abzuwehren mit Euren 12, 13, 14 jahren!"
Tanja Graeff, ersichtlich Opfer eines Sexualmordes, hat Kick-Boxen gemacht. Scheisse...

an netbitch habe ich die Bitte, meinen oben geschilderten fall wegzukürzen. In meiner heimat könnten allzu viele erkennen, über wen ich da rede. Die damit verbundene These halte ich allerdings aufrecht: Körperliche vergewaltigung = da gibt es keine "Eigenanteile". Bei (physischer oder psychischer) gewalt darunter aber sehr wohl. beispiel: Eine Frau, die sich, Gottodernietzsche seis geklagt, jahrelang von Männe eine semmeln lässt. Sie tut mir leid, aber gewisse Eigenanteile - aus falsch verstandener Loyalität - kann ich da in psychologischer Hinsicht nicht absprechen, leider. Und sollte hier eine Frau, die es betrifft, mitlesen: Herrje, zeig den Wichser doch endlich an, mistnochmal!

Viktimologisch gibt es übrigens immer "Eigenanteile" des Opfers, wobei die Viktimologie diese "Eigenanteile" eben NICHT als moralischen Vorwurf versteht. Der Täter ist der Täter und punkt, period! Wenn die Viktimologie sagt, die attraktive 24jährige Frau habe sich in eine viktimogene Situation begeben, als sie um 2 Uhr nachts einsam, ohne Pfefferspray, ohne Nahkampfausbildung, im Park spazieren ging, so sagt die Viktimologie eben NICHT: Selba schuuld! Es war ihr gottverdammtes Recht, um 2 Uhr nachts allein spazieren zu gehen - dieses Recht ist stark zu machen. Wer hier daherlallt, sie sei selber Schuld, dem ist zumindest virtuell eine zu ballern. Ums mal auf ne Alltagssituation runterzubrechen: man darf mir mein Rad auch dann nicht klauen, wenn ich mal vergessen haben sollte, es abzuschließen. Aber viktimologisch habe ich mich durchs nicht-abschließen eben in eine sog. viktimogene Situation begeben. (Mir sind hier in Hamburg in den letzten 24 jahren 5 Räder geklaut worden...alle waren abgeschlossen ;-) Fahrraddiebstahl ist asozial!!!). Die Viktimologie will einfach dabei helfen, dass wir das Phänomen Verbrechen verstehen. ich gkaube, der fast völlige Zusammenbruch der Kommunikation zwischen uns macht sich genau hier fest.
logo

netbitchonline

Erlebnisse einer kritischen Hedonistin

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Aktuelle Beiträge

Zwei äußerst lesenswerte...
https://che2001.blogger.de / https://bersarin.wordpr ess.com/
netbitch - 18. Mär, 19:25
Die Welt ruft.
War nett, mit dir geplaudert zu haben nacn langer Zeit.
wolfdieter - 18. Mär, 05:44
Haben Che und Bersarin...
Haben Che und Bersarin eine Webseite? Falls ich es...
wolfdieter - 17. Mär, 23:21
Na ja, es gibt mittlerweile...
Na ja, es gibt mittlerweile zu diesem Thema eine eigene...
netbitch - 17. Mär, 23:07
Was für ein bürgerliches...
Was für ein bürgerliches Verbrechen spricht sind die...
wolfdieter - 17. Mär, 17:36

Status

Online seit 7248 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 18. Mär, 19:26

Credits


AntisexismusundAntirassismus
Fun
Krisenzeichen
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren