8
Aug
2010

Eine kleine Kommentarcollage

Vorbemerkung: Ich will hiermit niemandem zu nahe treten und niemanden verletzen. Was ich hier treibe ist höheres Dada von einer Art akademischen Teilzeit - Lady Gaga und will auch so verstanden werden.


"Warum fällt mir nur schon wieder Stalin dazu ein?

Dem Mitdiskutanten sofort alles Mögliche zu unterstellen, ist eigentlich absurd genug, dass es auch dir auffallen würde, könntest du nur durchgehend klar denken. Ich nehme dir beispielsweise nicht übel, dass du mich Stalinist ect. nennst. Aber dass ich dich da Ernst nehme, verlangst du wahrscheinlich selbst nicht ernsthaft.
Ein kleines Beispiel ist dein erster Absatz hier.
Ja, und was das alles mit der Lebensrealität von Lesben zu tun hat, ist mir schon klar, dass du das nicht nachvollziehen kannst.

Analog wäre da aber eher Manninnen passend. Menschin geht gar nicht.
„Du bist A Rhesus negativ Südaustralien Körperbautyp athletisch“ ist schon etwas Anderes als „Kanake!“

Mädchen hinterhersehen tut man als deutscher Junge nicht. Schliesslich bist du kein italienischer Bauarbeiter.

Eier massieren war eher Mangelware.

Ich persönlich kenne niemanden in meinem Umfeld, der homophob ist.

Vielleicht hast du es nie erfahren, derartige Erfahrungen nie gemacht – ich war in Kreisen unterwegs, wo Schwulsein tatsächlich eine beachtliche Zeit lang als „schick“ bzw. als besonders korrekt galt, wo Leute stolz darauf waren, einen Schwulen gut zu kennen. Ich hielt und halte Schwulsein hingegen für völlig normal – ohne es selbst zu sein, genauso, wie ich Heterofrauen, Bifrauen oder Lesben auch für normal halte. Ich finde es etwas absurd, aus der sexuellen Orientierung, gleich wie diese ausfällt, irgend etwas superiores oder „schickes“ zu machen. ……
In bestimmten Subszenen wuchs sich das zusammen mit einem aggressiven und männderfeindlichen Feminismus zu etwas aus, wo heterosexuelle Männer als geradezu minderwertig und biologisch defekt angesehen wurden – und Schwule als eben – ich habe kein besseres Wort – als schick.


Und die ….. Vorstellung, dass ich dummdreist, homophob und heteronormativ sei, die ist wirklich lustig. Ich habe mich ernsthaft amüsiert.


Das Schweigen im Walde stimmt zu."



Was das ist? Eine durchaus hochernste politische Diskussion, bzw. ein Mitschnitt aus mehreren. Wer mehr erfahren will, lese Metalust&Subdiskurse reloaded.

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//netbitch1.twoday.net/stories/6459063/modTrackback

Pointenerklärer (Gast) - 8. Aug, 18:33

Am Gelungensten ist "das Schweigen im Walde stimmt zu".

che2001 - 8. Aug, 19:27

Ich habe schon Flugblätter von Göttinger Splittergruppen gelesen, die waren in sich weitaus weniger kongruent.

Katzenblogger (Gast) - 8. Aug, 23:48

Nicht spannend genug - weder genug Häme, noch genug Verständnis

Ich habe mir da schon mehr erwartet, als die Collage drüben angekündigt wurde. Weißt du, die Ankündigung klang irgendwie so triumphierend und auch vielverprechend.

Ich habe mit etwas gerechnet, was mich bzw. meine Position jeglicher Lächerlich preis gibt. Ich mein, wenn dusslige Neoconnards mir schon die Freude angedeihen ließen, einen - schlecht gestalteten "Stoppt Dean"-Button zu basteln, dann hoffte ich vor dem Hintergrund des verfügbaren kreativen Potentials auf etwas mehr Mühe. Etwas wirklich Witziges vielleicht. Etwas, wo Freunde, Bekannte und fremde Blogleser laut auflachen, wenn sie von dir mit meinen Gedanken, Irrtümern und Fehlgedanken befasst werden.

Deine Collage ist mir zu billig, und - pardon - auch nicht instruktiv genug. Sie ist nebulös, omminös und merkwürdig. Etwas gaga, aber dafür dann auch nicht drastisch genug.

(ich denke, da hätte man mehr rausholen können)

Wer das liest, könnte auf die Idee kommen, z.B., dass ich eine bemerkenswert andere Meinung zum Thema Biologismus vertrete. Dabei war das nicht der Fall. Die Collage ist nicht hilfreich.

Und dann die Sache mit der Vorbemerkung:

Sowas macht man/frau im Allgemeinen dann, wenn eine Angelegenheit heikel ist und nicht falsch verstanden werden soll. Hier ist die Aufgabenstellung doch eigentlich anders: Es soll, es muss gezeigt werden, dass Katzenblogger/Dean lächerlich ist.

Vielleicht bin ich da zu voreingenommen, aber dieses Ziel, sollte es ein Ziel gewesen sein, wurde verfehlt.

Andererseits wurde nicht wirklich versucht, zu verstehen, was ich gesagt habe - und warum ich es gesagt habe. Die Aussagen stehen nebeneinander, untereinander, und zwar bezuglos. Der Leser, der das so liest, kommt vielleicht auf alle möglichen Ideen,
aber nicht, wo und warum Dissenzen entstanden sind.

Ich hätte es schöner gefunden, wenn jemand (so schön wie vom "Pointenerklärer") sich treffend und vor allem kritisch mit mir bzw. bestimmten Fehltritten befasst. Aber diese Collage? Nein, auch das leistet sie nicht.

Die Collage ist weder Bashing, noch ist da Wohlwollen zu spüren. Das ist einfach nur ein minimaler Aufwand - ohne sonderlichen Erklärungswert (sofern ich das überschauen kann - vielleicht übersehe ich da ja auch was). Ulkig? Naja, - für Leute, welche die Hintergründe nicht kennen, trifft dass imho nicht zu.

Aber ich will mich über die Collage nicht allzu sehr beklagen, mich interessiert etwas anderes. Wann eigentlich, Netbitch, fing das genau an, dass ich für euch tendenziell zur Unperson wurde, zu einem als indiskutabel reaktionär empfundenen Dummkopf, den man am besten garnicht erst ernst nimmt? Die längst in der Vergangenheit verstaubende Butler-Diskussion (wo die Zusammenfassung des Pointenerklärers imho am passensten ist), könnte man ja sogar noch ohne Aufbietung irgendeines Wohlwollens als "Verrennen" meinerseits einstufen - und als eigentlich unbedeutend, auch wenn da die Fetzen flogen, und es hinterher zum Zerwürfnis mit Momorulez beitrug. Trotzdem war es nur vergänglicher Schrott aus wenigen Tagen - wie wir ihn alle mal produzieren (glaube ich jedenfalls) - und wie du übrigens hier im Thread.

(wobei: meine Schrottmenge war natürlich weit größer - allein schon vom Umfang - schon klar)

Also: Was waren die Punkte, an dem ich für dich und andere als rückschrittlich-widerwärtiger politischer Feind galt bzw. als eine Art Unperson, mit der man besser nicht spricht? War es eventuell einfach die Gruppendynamik und die - prinzipiell berechtigte - Hochschätzung von Momorulez, die dazu beitrug, sich seiner irrationalen Feindschaft mir gegenüber sich anzuschließen? Waren es Unhöflichkeiten von mir (in der Nach-Butler-Diskussionsperiode)?

Habe ich dem Biologismus und einem unangenehm käsig riechenden schenkelklopfenden frauen- ,lesben, schwulen-, queerfeindlichen Männerhumor gefrönt? Was genau ist passiert?

Ich schätze dich als reflektierte, kluge Frau, Netbitch, mit der besonderen Gabe, reflektorische Distanz und abgewogenes eigenes Urteilsvermögen in schwierigen Momenten mobilisieren zu können (hach, das würde ich gerne können!).

Also interessieren mich auch deine Antworten.

(aber diese "Collage", sorry, das war nix, sorry. Es liest sich in der Collage anders, aber war ja keineswegs in der Absicht von mir geschrieben, diese Sondererfahrungen zu generalisieren - oder damit die Biologismuskritik auszuhebeln. So wie das hier steht, wirkt das eigentlich nur etwas gaga - als ob der Autor einen kleinen Dachschaden hätte. Ich mein, das läuft dann auf Verständnislosigkeit bzw. Nicht-Verstehen-Können hinaus. Damit kann man einiges zeigen und aufzeigen, z.B. das, was man nicht verstanden hat. Aber das war es doch garnicht, Netbitch, was du zeigen wollest - oder?)

netbitch - 9. Aug, 11:03

Aus der Vorbemerkung geht bereits hervor, dass dieser Beitrag mit Dir als Person und dem Konflikt zwischen Dir und Momorulez schon nichts mehr zu tun hat. Also erwarte von mir keine Antworten.
Katzenblogger (Gast) - 9. Aug, 11:44

Hättest du denn welche?

netbitch - 9. Aug, 13:07

Der Punkt ist: Dies ist ein Problem Anderer Leute. Ich bin da nicht selber Partei. Und Momorulez hatte doch schon mehr als ein Mal sehr deutlich gesagt, was ihn an Deinem Verhalten stört.
Katzenblogger (Gast) - 9. Aug, 16:32

Da habe ich etwas gelernt. Den Spruch mit "Problem anderer Leute" werde ich mir merken. Kann man ja auf die vielfältigsten Fragen hin bringen, und auch dann, wenn man sehr wohl selber Partei ist...

netbitch - 9. Aug, 16:52

Tja, Du hättest mal öfter den "Anhalter" lesen sollen, dann wüsstest Du das.
netbitch - 9. Aug, 18:32

Mal ernsthaft: Auf dem Blog eines schwulen Bloggers, der ständig darüber berichtet, dass er sein Leben lang in der Situation ist, sich für sein So Sein wie er ist rechtfertigen zu müssen und das Verhalten des Großteils seines heterosexuellen Umfelds wie einen permanenten Umerziehungsversuch erlebt zu schreiben, Homophobie sei heutzutage nicht mehr sehr verbreitet ist so, wie einer Frau, die dreimal im Leben vergewaltigt wurde zu erzählen, das Patriarchat sei heutzutage doch weitestgehend eingedämmt oder einem Israeli, dessen Großeltern in Auschwitz ermordet wurden und dessen Haus vor ein paar Jahren von einer Hizbollah-Rakete zerstört wurde damit zu kommen, dass Antisemitismus heute gesellschaftlich weitgehend irrelevant sei. So etwas gesagt zu haben bedeutet bei manchem Gegenüber dann eben einen point of no return. Und die Nummer mit dem sich Tarnen als Schwulen und dann gegenüber einem Tatsächlichen auf die eigene Erfahrung pochen, das wäre so, als ob ein Berufstransvestit, der noch nicht einmal eine echte Transe ist mir etwas über das Frausein erzählen wollte. Da war Ches Arschfickspruch schon völlig angemessen. Und wenn Du augenzwinkernden Scherz, sanften Spott und hintersinnige Ironie jedesmal als Gehässigkeit, Boshaftigkeit und Häme wahrnimmst, dann erweist Du Dich als derartig humorlos, dass es wirklich problematisch wird, mit Dir überhaupt online zu kommunizieren. Wobei Du ja im Austeilen selber überhaupt nicht zimperlich bist.

Und es kann auch gar keine Rede davon sein, dass eine größere Gruppe von BloggerInnen Dich für das Böse an sich oder eine Unperson hält. Nur ein bestimmtes Blog ist ganz sicher der falsche Ort für Dich.
noergler - 11. Aug, 02:51

Dean ist für mich keine Unperson. Er stellt sich nur ungeschickt an. Wenn ich ein Minenfeld sehe und dann noch ein zweites mal da reinrenne, dann ist das ungeschickt. Es ist noch mehr als das; dazu weiter unten.

Deans damalige Argumente gegen einige steile Butler-Thesen sind auch die meinigen. Ich war seinerzeit noch in der Erarbeitungsphase und hatte bereits eine riesige Lektürearbeit hinter mich gebracht, auch Texte der deutschen Butleristinnen. Zu einer Verarbeitung und Veröffentlichung in einem Kommentar kam es dann nicht mehr.
Meine am Wissenschaftsbegriff der Tradition orientierten Auffassungen zu Butlers Emanationen stehen, zurückhaltend gesagt, diametral zu dem, was Momorulez, Che und Netbitch dazu meinen.
Butler assoziiert entlang ihrer Emotionen. Kann man machen, ist aber nix Wissenschaft. Der eine oder andere Gedanke von ihr, sofern sie denn mal einen hat, ist allerdings originell und wichtig. Das Blöde ist nur, dass man sich bei Butler durch Tonnen von objektiv unverständlichem Käse hindurchwühlen muß, bis man mal was findet. Adornos Dictum "Wahr ist einzig der Gedanke, der sich selber nicht versteht" wurde da unverstanden ins System erhoben.

Nun zu Dr. Dean:
Nicht mehr nur ungeschickt, sondern inhaltlich scheiße ist sowas wie die Aussagen zum "schicken Schwulsein". Für sich genommen und isoliert sind sie sogar inhaltlich richtig. Sie sind dennoch falsch, weil solche Äußerungen nur wenig Sensibilität für Relationen und Valeurs verraten. Die Brachial-Erfahrungen von Lesben und Schwulen bestehen in der Breite nämlich nicht darin, dass man sie als schicke Leute anhimmelt. Tatsächlich werden sie angehöllt. Die Erfahrungen bestehen darin, dass sie verlacht, ausgegrenzt und angefeindet werden. Im Iran finden sie sich tot an Laternenmasten wieder. Auch in manchen Staaten Afrikas gelten sie als das zu terminierende Böse. Konsequenterweise werden sie dann auch terminiert.

************************

Die Debatte über "Disco" ließ mich fundamental Neues lernen. Momorulez Hartnäckigkeit; seine unter Qualen exekutierte Intransingenz mir gegenüber war nicht umsonst. Danke dafür! Ohne das würde ich dümmer sterben.

Hierzulande bestreitet die humorlose Dumpfbacke Bully Herbig ganze superwitzige Filme mit einer Schwulenveräppelung, deren Inhalte er sich sich aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts abgeschaut hat.
Das zeigt: Auch dort, wo man sie nicht umbringt, sondern sie lediglich spüren läßt, dass man das am liebsten täte, und es nur aus Furcht vor dem Staatsanwalt unterläßt, ist es nicht lustig, wenn die personale, soziale und intime Identität der permanenten Radikalabwertung sich ausgesetzt sieht. Ich darf mich zitieren: "Die Diskriminierung zerstört den Diskriminierten." Das wissen auch die Diskriminierer. Deshalb tun sie ja.

Das
//www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/umstrittener-bischof-gibt-auf
ist mal eine gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass es solche Larven und Lemuren überhaupt gibt.

Hier

//www.queer.de/detail.php?article_id=9990

ist dokumentiert, wie ein psychisch Kranker aus der RKK-Kinderfickerszene Schwule als psychisch krank bezeichnet. Was für ein Glück für die Schwulen, dass er sie als therapierbar erachtet! Denn immerhin müssen sie dann nicht gleich an die Laternenmasten. Doch was machen wir mit denjenigen Lesben und Schwulen, welche die versöhnlich ausgestreckte Therapiehand beißen? Was machen wir mit diesen hartnäckig Krankheitsuneinsichtigen? Hhm …

Ein weiterer Gottesmann erklärt:

"Love Parade und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde!" – "Man weigert sich anzuerkennen, dass die Love Parade, abgesehen von ihrem krankhaften Erscheinungsbild, auch mit Sünde zu tun haben könnte und darum, folgerichtig, auch mit dem richtenden und strafenden Gott!"
//www.spiegel.de/panorama/0,1518,710758,00.html

Oh ja Dean, das findest auch Du alles gaaaanz schrecklich. Aber dann vermöchtest Du möglicherweise dem Gedanken Raum zu geben, aber tatsächlich vermagst Du das bislang nicht, dass Schwule es ganz schrecklich finden, wenn man ihnen angesichts solcher Gehirnjauche erklärt, sie würden sich doch auch recht gerne im Schicksein des Schwulseins sonnen. Das nämlich sieht nach Aufrechnung aus: Schon richtig, die Schwulen haben gewisse Nachteile zu erleiden, aber man bedenke doch auch die schickischicki Vorteile!
Dass Momorulez da in den Wut-Mode schaltet, scheint mir verständlich.

Und dann erst die Lesben, die in den Schwulitätsdebatten sowieso immer hinten runter fallen: Sind sie nicht in für Männer bestimmten Pornofilmen begehrte Darstellerinnen (wobei die Darstellerinnen keine Lesben sind), denen die Männer dann noch ihre masturbierende Referenz erweisen? Ich hol mir auf die Lesbe einen runter; was wollen die Votzenleckerschlampen denn noch? Und einmal richtig durchgefickt kriegen wir sie eh auf Kurs.

Was mir aber, Dean, dann maximal nicht gut an Deinen Einlassungen gefällt, ist diese oberpeinlich geschauspielerte Manier der pseudohündisch prätendierten Unterwürfigkeit. Dass Du Deine Postings als "wertlos" etc im Wege eines geheuchelten Kriecherums bewertest, kauft Dir zu Deinem eigenen Glück hier keiner ab. Du meinst, damit strategisch vorzugehen. Das tust Du auch. Nur ist diese Strategie fürn Arsch, weil jeder es merkt.

Hör auf, diese Unehrlichkeit auf den Tisch des Hauses zu kotzen. Du hältst das für tricky. Es ist es aber nicht hier, wo man sich die Hose nicht mit der Beißzange anzieht. Hast Du das nötig? Ich meine, nein.

Im Felde der Kritik des Neoconnardentums sind Deine Beiträge von unschätzbarem Wert. Wie wär's denn mal wieder damit?

che2001 - 11. Aug, 15:08

Dafür, dass ich Dean nicht als Unperson betrachte ist schon die Tatsache Gewähr, dass er immer noch auf meiner Blogroll steht. Das Meiste, was ich noch zur Thematik zu sagen hätte haben Nörgler und Netbitch schon gesagt, insofern fasse ich mich kurz und ergänze lediglich da, wo ich die Dinge etwas anders sehe.

Was Butler angeht, habe ich von der sehr wenig gelesen und beziehe mich hauptsächlich auf "Hass spricht", was ich allerdings für eine fulminante Auseinandersetzung mit sexistischer und rassistischer Sprache, aber auch mit dem Thema Sprache als Realitätskonstruktion halte. Meine Thema ist mehr die Butler-Rezeption in der Geschichtswissenschaft, d.h. Geschichtsforschung nach dem linguistic turn. Das ist eine sehr handfeste Angelegenheit, da geht es zum Beispiel darum, die Kulturgeschichte des Wäschewaschens oder des Essens und Trinkens, der Hygiene und der Kinderererziehung für nicht weniger wichtig zu halten als die im tradierten Sinne politische Geschichte und die Frage, von wann bis wann welcher Krieg gedauert hat oder genaue historische Daten sich reinzupauken als historisch angewandte Mathematik abzutun und für zweckundienlich zu halten.

Nur ist Dein Butler-Gedisse, Dean, ja niemals sachlich auf Butlers Schriften oder die weitere Butler-Rezeption bezogen gewesen, sondern war ein allgemeines Niedergemache und für lächerlich erklären und ein Verwechseln der Landkarte mit dem Territorium dergestalt, als dass die Moralinsäure und Aggressivität irgendwelcher studentischen Gruppen die sich auf Butler bezogen Butler angelastet wurde. Und überhaupt nervte es sehr, wenn Du Leute, die Du selber erklärtermaßen nicht gelesen hast für unwissenschaftlich, überbewertet oder überholt erklärtest und das ausgerechnet mit einigen der wirkungsmächtigsten Philosophen der Geistesgeschichte wie Marx, Horkheimer und Adorno anstelltest. Predigten waren Deine Kommentare, die Du so als Dean brachtest allemal - mit den Ausrufezeichen, dem Fettdruck, der Kleinschreibung, dem manifestartigen Verlautbarungstonfall waren die so dermaßen aufgesetzt, dass ich irgendwann die Lust verlor, da noch hinzulesen.


Und um Schwulität als Solche geht es bei der aktuellen Auseinandersetzung ja nicht, sondern darum, wie falsche Projektion, Vereinnahmung subjektiver Sichtweisen durch ein konstruiertes Allgemeines, Diskriminierung von Minderheiten durch die Mehrheit usw. funktionieren. Man ersetze in der Sentenz "Schon richtig, die Schwulen haben gewisse Nachteile zu erleiden, aber man bedenke doch auch die schickischicki Vorteile!" mal das Wort "Schwule" durch "Juden". Alles klar?

Und in Anbetracht der Deutlichkeit, in der Momorulez immer und immer wieder seine eigene Wahrnehmung und auch seine eigenen Empfindlichkeiten artikuliert hat bist Du eigentlich nicht nur ein zweites Mal auf eine Mine getreten. Dein Vorgehen ist mehr so wie auf einen roten Knopf mit der Aufschrift "Nuke" zu drücken und sich zu wundern, was dann passiert.
netbitch - 12. Aug, 00:00

Ich hätte es nicht besser formulieren können. Abgesehen davon, dass ich Dean für seine Generalangriffe auf Feministinnen - ich bin Eine, und wahrlich sehr im Dissens mit deren Mainstream und begeisterte Männerfickerin, keine Männerhasserin, und völlige Gegnerin dieser Männer-tun-Frauen-Übles-Haltung - echt hätte eine dongen können, ist diese Feminismus-Dekonstruktionismus-Antiimperialismus-Antipatriarchats-MarxAdornoFoucault-Ablehnungshaltung tatsächlich höchst reaktionär und nimmt vor allem nicht zur Kenntnis, was von links in den letzten 50 Jahren so entwickelt wurde. Ignoranz als Programm. Dean, Du wolltest ja Antworten haben. Ich wollte nicht antworten, weil das wenig mit mir zu tun hat. Aber hier antworte ich mal. Und, übrigens: Noergler, Workingclasshero (schmatz!) und Che haben sich an den Positionen von Momo in unterschiedlicher Weise abgearbeitet und eigene Gedanken in Frage gestellt. Mit unterschiedlichen Ergebnissen, zum Beispiel nimmt Noergler zu Butler und nehmen Che und ich zu Hartmann und Cassandra völlig andere Positionen ein als er. Bei Dir ist aber eine kritische Auseinandersetzung nicht wahrnehmbar.
workingclasshero - 12. Aug, 00:32

Nachdem ich hier schon mit "schmatz" begrüßt wurde, und ich gebe zu, dass ich meiner Liebsten über die Schulter sah, als sie das schrub sag ich auch mal was dazu. Eigentlich sind wir seit langen Zeiten Bündnispartner. Und andererseits kloppst Du das komplett in die Tonne, wenn Du linke Positionen, die nicht Deine eigenen sind veralberst, veräppelst, lächerlich machst. Das ist Dein Hauptproblem: Du verachtest Ansätze, die nicht Deinen eigenen entsprechen. Und sorry, als radikaler Linker, der schon mal wegen Landfriedensbruch im Knast saß: von meiner Position aus sind die Abstände zwischen Deiner Soziale-Marktwirtschaft-Position und den Neoconnards auch nicht so riesig.
Katzenblogger (Gast) - 12. Aug, 14:14

Noergler, ich verstehe deine Kritik - in Bezug auf meine Butlerpostings und meine Haltung als Katzenblogger dazu. Ja, könnte man so sehen.

Immerhin habe ich mir damals einige (evtl. sogar häretische) Gedanken zu Butler und ihren Thesen gemacht, mir dabei etwas Mühe gegeben und sicher ist bzw. war auch aus meiner jetzigen Perspektive nicht alles falsch, was ich damals geschrieben hab. Butler ist mir in vielen, sehr vielen Punkten unverständlich, nach wie vor. Ich kann aber nun besser verstehen, warum es bedeutend <ist, was sie schreibt und schrub.

Inzwischen halte ich die Position vom "Pointenerklärer" für korrekt - in Bezug auf meine damalige - ähem - Butlerkritik. Dazu einige Punkte:

1. Ich hatte (und habe) zu wenig Fundament, um Butler so scharf anzugehen. Der Punkt wiegt schwer.
2. Inzwischen achte ich es deutlich höher als damals, wenn ein Autor (sorry for that if you don't like it) von mir als "sehr anregend" eingeschätzt wird.
3. Mein damals gern genutztes Argument mit der "Unwissenschaftlichkeit" hat sich bei mir inzwischen etwas abgeschliffen, aus mehreren Gründen: Mittlerweile finde ich es unfein (und meine Neigung, Widerspruch zu formulieren, oft zu rücksichtslos) eine politische Autorin und einer Wissenschaftlerin (gleich welchen Typs) mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit abzukanzeln. So sehe ich es jetzt: Es gibt in der Wissenschaft sehr unterschiedliche Stile. Viele davon, obwohl teils sogar entgegengesetzt, haben ihre Berechtigung und wissenschaftliches Fortschrittspotential. Der von mir immer noch sehr geschätzte empirisch-überprüfende Stil bei der Suche nach Wahrheit, Erkenntnis, Erklärungs- und Prognosefähigkeit kann und darf nicht der einzige Stil sein, im akademischen Betrieb, und schon garnicht bei der Diskussion um sozioökonomische oder politische Fragestellungen. Man könnte es so sagen: Ich bin etwas toleranter geworden - und meinem Wertungsvermögen gegenüber misstrauischer.

Wer mag, kann darin eine Weiterentwicklung sehen. Sicher spielte auch eine Rolle, dass ich Katzenblogger sinnlos explodierende Tretminen umgehen wollte - aber das ist es nicht allein.
steppenhund - 12. Aug, 10:28

Ich lese diese Postings mit einem gewissen Interesse und stelle fest, dass ich nicht auf dem Laufenden bin.
Neoconnardentum! Das Wort habe ich noch nie gehört oder gelesen. Ein Connarde ist ja, wenn ich das als Lehnwort verstehe, ein "Volldepp" oder auch Crétin.
Also ist dann ein Neoconnardentum ein Neuvolldeppentun oder Neuvolldeppenverhalten? Wie kann etwas neu sein, was sich in den letzten 20 000 Jahren nicht verändert hat?
Gespannt auf die Aufklärung wartet einer, der voll-links genauso ablehnt wie voll-rechts.

netbitch - 12. Aug, 11:34

Lieber Steppenhund,

das ist auch schwer zu verstehen, da es die Kenntnis von Auseinandersetzungen voraussetzt, die über 5 Jahre auf anderen Blogs geführt wurden, vor allem auf rebellmarkt.blogger.de, che2001.blogger.de, metalust.wordpress.com, shiftingreality.wordpress.com und dermorgen.blogspot.com.

Das Word Neoconnarde bezeichnet einen naiv-arroganten Neokonservativen, insbesondere einen begeisterten Anhänger von George W. Bush, mitunter auch einen Rechtsradikalen, der pro-amerikanisch und allgemein pro"westlich" und antiislamisch orientiert ist, z.B. die Pim-Fortuyn- und Pia Skaersgaard-Anhänger oder die von Wilders. Eure Haiderianer und Neohaiderianer gehören da am Rande auch zu-
genova68 - 12. Aug, 10:50

Zwei Bemerkungen

Vorweg: Dass der Beitrag von Nörgler, der hier gerade noch stand, gelöscht wurde, finde ich sehr angemessen. Da könnte man jetzt eine Menge sagen zu dem Thema, inwieweit alles Private öffentlich sein muss und zu der hier schon vorgetragenden (und meiner Meinung nach ziemlich pubertären) Haltung, dass man jedes noch so private Gefühl in einem öffentlichen Blog vortragen sollte. Offenbar gibt es auch für den einschlägigen Kreis hier Grenzen. Beruhigend zu wissen.

Was ich eigentlich schreiben will: Was mein Zitat da oben in diesem Zusammenhang soll, weiß ich nicht. Aber eine Collage ist ja Kunst, und Kunstdidaktik ist möglich, aber nicht zwingend. Ich erkläre mein Zitat gerne (allerdings ohne den Collagenbezug), da es auf ein grundlegendes Problem von Momorulez und auch dieses Threads hinweist.

Momorulez halte ich, soweit ich das aus der Online-Welt beurteilen kann, für einen sensiblen, empfindsamen und intelligenten Menschen, der ein feines Radar für Rassismen, Homophobie und Ungerechtigkeiten anderer Art hat. Unter anderem deshalb sind seine Artikel für mich lesenswert. Aus diesem feinen Radar entspringt jedoch ein Gefühl des ständigen Angegriffenwerdens, und da wird es problematisch, denn daraus resultiert sein in Teilen sehr einseitiges Herangehen an die Kommentare. Natürlich kann ich diesen Katzenblogger oder Dean als dämlich oder Homosexualität gegenüber unbewusst bezeichnen, aber ich kann auch versuchen, das, was er mit "schick" meint, nachzuvollziehen. Natürlich ist es mittlerweile in Teilen der Gesellschaft schick, sich mit Schwulen zu umgeben, sie im Freundeskreis zu haben, sich mit ihnen zu schmücken, sie dahingehend zu instrumentalisieren, dass man an ihnen die eigene Aufgeklärtheit zeigt. Ein moderner Metropolenfreundeskreis hat bitteschön auch Homosexuelle und Schwarze zu beinhalten (Türken nur vielleicht, das ist wohl noch Avantgarde). So kann man sich vermeintlich hervorragend von diesem Bionade-Biedermeiertum vom Prenzlauer Berg absetzen und wird doch nur Teil davon. (Nörgler sieht das wohl ansatzweise auch so)

Also, wenn ich Katzenblogger so verstehe, dann finde ich seine Postings nicht weiter tragisch, auch wenn ich glaube, dass diese Gesellschaft in weiten Teilen in der Tat homophob ist. Das Katzenblogger-Posting ist misslungen, in der Tat, aber ich würde ihm das nicht dermaßen zum Vorwurf machen, höchstens Nachhilfeunterricht geben.

Momorulez allerdings interpretiert das Posting extrem einseitig, und das führt ihn dummerweise zu einem Vernichtungswillen, den ich auch schon erlebt habe und sich beispielhaft oben in dem Stalinismusvorwurf ausdrückt. Meiner Meinung nach schlägt da der Vernichtungswille, den er gegen sich verspürt, komplett um: Er will auch vernichten, also das aktiv gestalten, was er an sich angerichtet fühlt. Der real vielleicht Marginalisierte legitimiert seinen Vernichtungswillen eben damit. Seine Groupies sind selbst dann noch bedingungslos dabei.

Diese Ebene blendet ihr mit eurem intellektuellen Tralala aus. Es ist natürlich einfacher, sich ein bisschen über Butler zu unterhalten und wie man sie interpretieren könnte.

Der zweite Punkt ist das Verhalten von Katzenblogger im Nachhinein. Der biedert sich ja sichtbar an, will unbedingt mit euch diskutieren, erniedrigt sich geradezu, fleht ganz offen nicht nur um Freundschaft, sondern sogar um Gnade. DAS ist ist interessante an der Geschichte, nicht die Frage, ob der jetzt homophob ist oder sonstwas. Daraus dann abzuleiten, das sei "großes Kino", hat etwas voyeuristisches und sehr unbarmherziges.

Also: Meine kleine Psychostudie zu Momorulez ist nicht neu, in diesem Kontext aber von Interesse, und euer Verhalten Katzenblogger gegenüber (weniger hier, mehr in dem Thread bei Momorulez) finde ich menschlich unangenehm.

Um Homophobie geht es da nur nebenbei.

Gruß vom Durchblicker genova

netbitch - 12. Aug, 11:37

Welcher Beitrag vom Nörgler soll denn hier gelöscht worden sein? Das ist wohl eher Deine Schwierigkeit, mein Blog zu lesen. Zum Rest sage ich besser nichts, Nixchecker Genova.
netbitch - 12. Aug, 12:39

Kommentar von momorulez

Aber zu solchem Schmonz:


„aber ich kann auch versuchen, das, was er mit „schick“ meint, nachzuvollziehen. Natürlich ist es mittlerweile in Teilen der Gesellschaft schick, sich mit Schwulen zu umgeben, sie im Freundeskreis zu haben, sich mit ihnen zu schmücken, sie dahingehend zu instrumentalisieren, dass man an ihnen die eigene Aufgeklärtheit zeigt. Ein moderner Metropolenfreundeskreis hat bitteschön auch Homosexuelle und Schwarze zu beinhalten (Türken nur vielleicht, das ist wohl noch Avantgarde).“

Sagt ein erkärter Intellektuellenfeind und attestiert „Vernichtungswillen“, wird sie wahrscheinlich mit obigen Text zu belegen versuchen. Das sind schlicht Rachefantasien, keine politischen Forderungen, in die sich übrigens, ohne, dass ich es beim Schreiben merkte, das AIDS-Thema eingeschlichen hat – das ist ja selbst ein Kapitel für sich, was das in Psychen angerichtet hat begleitend zum Sterben einer ganzen Generation von Schwulen. Gleichzeitig zum Coming Out mit wem auch immer ständig über AIDS quatschen zu müssen, als ersten journalistischen Auftrag selbstverständlöich den AIDS-Report zu erhalten, das hat durchaus Spuren hinterlassen.

Während er selbst einmal mehr symbolisch vernichtet, ohne es zu merken, durch dieses widersinnige Geschreibsel, das strukturell identisch ist mit diesem hier, das ist noch eine nachzuliefernde Quelle:

„Einzige offene Frage zum Thema „Ausreißer der Natur“ und „Panne der Humanevolution“ in den offenbar derzeit zwischen CDU und NDP in Chemnitz stattfindenden Koalitionsverhandlungen scheint, wer der oder die Erste sein wird, der die „Penetration von Kindern mit dem abstoßenden Schwulen- und Lesbenkult“ vor Gericht brächte.“

Ob man den vermeindlichen „Schwulen- und Lesbenkult“ nun so oder so bewertet, die Diagnostik als solche ist das Problem. Immerhin ist da schon der Lerneffekt eingetreten, das ist ja schon mal was, dass von „Instrumentalisierung“ die Rede ist. Die Realität sieht dennoch folgendermaßen aus:

„Eine Zumutung ist dieser – wohlgemerkt: auch von Heteros praktizierte – “Homonationalismus” jedoch vor allem im Hinblick auf lesbisch-schwule Jugendliche, deren erschreckende Situation von Leuten wie Hamann systematisch verharmlost und unter den Tisch gekehrt werden muss, um die Welt an den “Errungenschaften” des Westens zu blamieren. Dass einer Studie der Berliner Senatsverwaltung zufolge2 60% dieser Jugendlichen in der “liberalen” Hauptstadt der BRD schon einmal an Suizid gedacht haben (Hauptgrund Einsamkeit); dass 20 bis 40% der 1,6 Millionen obdachlosen Teenager in den USA vor der Homophobie ihres Herkunftsmilieus geflohen sind (oder aufgrund ihrer sexuellen Identität vom Pater familias verstoßen wurden) – all dies wird hinter einem Selbstbild versteckt, in dem “unsere Nationen” als Hort der Akzeptanz und Leuchtfeuer der Freiheit erscheinen. Eine solche Perspektive schließt Solidarität mit Gruppen in Ankara und Istanbul auf der Basis gemeinsamer Gewalt- und Exklusionserfahrungen jedoch gerade aus, um sie durch eine “Zivilisierungsmission” zu ersetzen, die zur Not auch einmal helfen muss, die zahlreichen westlichen Angriffskriege noch für den letzten linken Studenten zu rechtfertigen.“

Es sei zudem ergänzend erwähnt, dass es hierzulande noch nicht vorgekommen ist, das Schwule systematisch Heterosexuelle vernichteten. Das ist die selbe Denkfigur wie die berühmte „deutschenfeindliche Gewalt“ von Frau Schröder.

Es ist schlicht ein Akt der psychischen Notwehr, sich diesem Gebrabbel von Leuten wie Katzenblogger oder Genova nicht mehr zu stellen. Manchmal muss man nämlich ganz schön alt werden, bis man merkt, was das mit einem gemacht hat, dass man das 20 Jahre geduldig getan hat. Was DIE mit einem machten, die einem solche Scheiße aufprägten.

Che hat das schön auf den Punkt gebracht:

„Und um Schwulität als Solche geht es bei der aktuellen Auseinandersetzung ja nicht, sondern darum, wie falsche Projektion, Vereinnahmung subjektiver Sichtweisen durch ein konstruiertes Allgemeines,“
noergler (Gast) - 13. Aug, 07:53

Um diesen Spitzenscheiß auszuloten, müßte man Karl Kraus sein und 50 Seiten schreiben, um dem gerecht zu werden:

Momorulez allerdings interpretiert das Posting extrem einseitig, und das führt ihn dummerweise zu einem Vernichtungswillen, den ich auch schon erlebt habe und sich beispielhaft oben in dem Stalinismusvorwurf ausdrückt. Meiner Meinung nach schlägt da der Vernichtungswille, den er gegen sich verspürt, komplett um: Er will auch vernichten, also das aktiv gestalten, was er an sich angerichtet fühlt. Der real vielleicht Marginalisierte legitimiert seinen Vernichtungswillen eben damit. Seine Groupies sind selbst dann noch bedingungslos dabei.
Diese Ebene blendet ihr mit eurem intellektuellen Tralala aus. Es ist natürlich einfacher, sich ein bisschen über Butler zu unterhalten und wie man sie interpretieren könnte.


„(...) das führt ihn [Momorulez] zu einem Vernichtungswillen, den ich auch schon erlebt habe und sich beispielhaft oben in dem Stalinismusvorwurf ausdrückt.“
Dein unterkomplexes Schrumpfhirn wird das nie begreifen, Genova, dass es eben diese Sorte des von Dir hier schulmäßig abgelieferten Umkehrdiskurses ist, welche zum Kernbestand der Diskriminierung gehört, die den Diskriminierten zerstört.

Vernichten wollte ich Dich nie, ich halte Dich nur für einen Esel. Dass einige Leute hier partout nicht in das von Dir bereitgehaltene Stalinismusaufarbeitungs-Umerziehungslager wollten, könntest Du noch eher verzeihen, als den Umstand, dass – nach vieler Mühe, die man sich mit Dir gab – mittlerweile keine Sau mehr zuhört, wenn Du wie der Barde bei Asterix Deine Aufarbeitungsarien kakophonierst.
Aber das läßt Dich nicht los; da bohrt und brodelt es in Dir, und als der Deckel mal wieder vom Druckkessel flog, hast Du erstmal mit dem Wort „Momorulez“ angefangen, um dann in fröhlicher Fahrt auf „Vernichtungswillen“ und „Stalinismus“ zu kommen; das ganze recht flott in einem einzigen Satz.
Momorulez „verspürt“ einen gegen sich gerichteten Vernichtungswillen; er „fühlt“, dass ihm etwas angetan wird; er ist „vielleicht“ marginalisiert. Dann sollte er, nicht wahr, doch mal an seinen Empfindungen arbeiten, als übertrieben rumzuzicken.
Die Lesben und Schwulen wären hocherfreut, wenn sie „vielleicht“ marginalisiert wären, nur kann da von „vielleicht“ leider keine Rede sein. Solche scheinbar kleinen Dinge, wie Deine Wortwahl sind es, die Momorulez meint, wenn er davon spricht, dass ihm diese linken „Klar bin ich gegen Schwulenhass, eine ganz schlimme Sache!“-Dummbatzen den Magen umdrehen.

Die Verwendung des Begriffs der „Groupies“ unterstellt eine irrationale Gefolgschaft, was angesichts der häufig und hart geführten Auseinandersetzungen nur von jemandem diagnostiziert werden kann, der zu dumm ist um aus dem Bus zu gucken.
Die Butler-Debatte kennst Du gar nicht. Etwas mehr als Tralala war das schon. Du kannst gerne bei Deinen blitzgescheiten „Psychostudien“ über Schwule, Stalinisten und stalinistische Schwule bleiben.
Eine andere Frage ist es, ob irgendjemand hier auch nur den Arsch hat, an dem es ihm vorbeigeht.
Katzenblogger (Gast) - 12. Aug, 13:35

Mal ernsthaft: Auf dem Blog eines schwulen Bloggers, der ständig darüber berichtet, dass er sein Leben lang in der Situation ist, sich für sein So Sein wie er ist rechtfertigen zu müssen und das Verhalten des Großteils seines heterosexuellen Umfelds wie einen permanenten Umerziehungsversuch erlebt zu schreiben, Homophobie sei heutzutage nicht mehr sehr verbreitet ist so, wie einer Frau, die dreimal im Leben vergewaltigt wurde zu erzählen, das Patriarchat sei heutzutage doch weitestgehend eingedämmt oder einem Israeli, dessen Großeltern in Auschwitz ermordet wurden und dessen Haus vor ein paar Jahren von einer Hizbollah-Rakete zerstört wurde damit zu kommen, dass Antisemitismus heute gesellschaftlich weitgehend irrelevant sei.
Erst mal schönen Dank, netbitch, mit der Antwort kann ich etwas anfangen. Sollte man meine Postings als trampeliges Auftreten wahrnehmen, gehöre ich (inzwischen) auch zu denen, die das finden.

Wobei da ja durchaus einige Unterschiede bestehen, jedenfalls in meiner Wahrnehmung. Ich habe nicht Schwulendiskriminierung als nichtexistent bezeichnet - mag in Nachhinein als nur kleiner Unterschied erscheinen - sondern gemeint, dass ich in meinem Umfeld nichts davon sehe. Dass die gesamtgesellschaftliche Lage anders ausschaut - na, klar. Ich bin doch nicht blind.

Richtig ist ja, dass Diskrimierung sich für Betroffene extrem anders anfühlt als für Nichtbetroffene - und mehr noch, in ganz anderer Form sichtbar ist.

Es war die falsche Art zu Fragen von mir. Den ganzen Kram mit den persönlichen Kram und "mein Umfeld", den ich da auftischte, war eine Neugierde darauf (quasi eine Vorstufe zu Verständnis und ein Verstehenwollen), wo sich diese Diskriminierung im eigenen Leben - im Moment - konkret zeigt. Wenig witziger Weise bin ich jetzt selbst das Exempel dafür.

Ich bin gewiss auch nicht als vermeintlicher Schwuler rumgelaufen, um hinterher irgendwem zu erzählen, wie das so ist als Schwuler - bzw. (das wäre ja besonders absurd), um irgendwelche sonderlichen Rückschlüsse auf die Diskriminierung zu ziehen, die z.B. Momorulez in seinem Leben erlebt.

Kam aber offenbar so rüber. Wären nicht alle so angepisst deshalb, wäre das ein Fall, worüber man lachen könnte - jedenfalls in meinen Augen. Ich sehe mich als grob missverstanden.

Noch ein Detail, du schrubst:
Momorulez hatte doch schon mehr als ein Mal sehr deutlich gesagt, was ihn an Deinem Verhalten stört.
Mein Eindruck war eher - deutlich eher sogar, dass ich bei Momorulez gut gelitten war, bis zum "Dean-Moment". So sonderlich gestört habe ich ihn bis dahin nicht. Die eher unbeholfene und unvollständige Camouflage als Katzenblogger, die ich betrieben habe, ging an keiner Stelle mit der Änderung meiner Position oder mit Unaufrichtigkeit, bei dem was ich schrieb, einher.

Insofern ist dieser - aus meiner Perspektive - Vorher/Nachher-Effekt als Katzenblogger [vor dem "Dean- Moment" und nachher] besonders unverständlich.

Ehrlich, ich fühle mich da benutzt, als Projektionsfläche zuallererst - und möglicherweise sogar mehr, als sich Momorulez benutzt und hintergangen fühlt.

Aus meiner Perspektive, vielleicht auch darüber hinaus, ist es doch ein böser Witz und nahezu unverständlich, dass der gleiche Mensch mit den gleichen Inhalten

a) als Katzenblogger (vor dem "Dean-Moment") als politisch denkender Mensch und als Dialogpartner ausgesprochen akzeptabel ist
b) als Dean ausgesprochen unakzeptabel ist

So richtig erklären kann ich mir das nicht, pardon, fair finde ich das auch nicht, und trotzdem danke ich dir, Netbitch, für deine ernsthafte Antwort - auch wenn ich da graduell zu widersprechen bereit war.

Deine Antwort war genau das, was ich gesucht habe, und meine Tumbheit (da nicht selber drauf zu kommen), die finde ich ärgerlich - zumal es nicht meine Absicht war, irgendwen zu verletzen.

Scheint mir jedenfalls trotzdem gut gelungen zu sein, das mit der Tumbheit.

(nicht immer strahlt mein kluger Kopf - bin doch zu oft ein armer Tropf)

Wie gesagt:

1. Ärgert euch nicht!
2. Ihr hab mich ziemlich gründlich missverstanden - doch, ja.
3. Ich hab euch trotzdem lieb.
4. So sehr ich mir wünsche, das Ärgerliche und Missverständliche könnte aufgeklärt werden und auf freundliche, einvernehmliche Weise abgehakt - und die Unperson Katzenblogger darf wieder Person und gelittener Dialogpartner sein - es wird wohl nur ein frommer Wunsch bleiben.
5. Wer mag, darf mir wünschen, dass meine Antibiotika endlich anschlagen. Das ist mir im Moment wichtiger als die Aussöhnung von euch mit dem Katzenblogger. Denn anderenfalls ist mein linker Arm ab. Echt jezz.
6. Weniger fromm und im Wunschdasein verbleibend sei euch allen noch eine frohe, erfolgreiche Woche gewünscht - ca. die Hälfte davon ist ja schon geschafft. Und wie ich hoffe:

Im Guten.

netbitch - 12. Aug, 14:53

Alles Gute und gute Besserung. Das ist ja erschreckend, was da mit Dir los ist. *schauder*


@Mein Eindruck war eher - deutlich eher sogar, dass ich bei Momorulez gut gelitten war, bis zum "Dean-Moment". So sonderlich gestört habe ich ihn bis dahin nicht. Die eher unbeholfene und unvollständige Camouflage als Katzenblogger, die ich betrieben habe, ging an keiner Stelle mit der Änderung meiner Position oder mit Unaufrichtigkeit, bei dem was ich schrieb, einher.

Ich meinte, als ich schrub, Momorulez hätte mehr als einmal gesagt, was ihn störe damit seine Reaktion auf Dean, nicht auf den Katzenblogger. Ansonsten gilt: Besser, man merkt spät etwas als nie. Ist doch dann völlig Ok so.
steppenhund - 12. Aug, 15:14

@netbitch

Danke für die Aufklärung.
Igittigitt. Da habe ich ja voll an der Scheiße gerührt.
Mit GWBush-Anhängern gebe ich mich nicht einmal ansatzweise diskussionsmäßig ab.
Ich habe auch 2002 meine vermutlich einzige politische Handlung getätigt, in dem ich ein gut bezahltes Workshop in den vereinigten Staaten abgesagt habe. Kurz nach 9/11 hatte ich nämlich einen Vortrag in Orlando gehalten und mitbekommen, dass die ganze Führungsriege der entsprechenden technischen Organisation ausgesprochene rednecks waren.
Immerhin habe ich im Alter von 16 Jahren ein ganzes Jahr in Amerika als Austauschstudent mit Republikanern verbracht, die zwar sehr nett waren, aber auch ausgesprochen schockiert, als ich für JFK schwärmte und als amerikanischen Lieblingsautor John Steinbeck nannte.
Mit Haider und Konsorten sieht das ein bisschen anders aus. Haider war hochintelligent und hat viele täuschen können. In Kärnten urlaubend konnte man nicht umhin, als über die Erzählungen de Wirtsleute dauernd auf seine ersten Heldentaten zu stoßen.
Es freut mich auch, dass viele von den damaligen Haider-Anhängern, mit denen ich damals Konversation machen musste, schon tot - was heißt tot? hin! - sind. Viel schlimmer als Haider, der sich immer dort zurücknehmen konnte, wo es aufs Ganze ging, ist seine Buberlpartie, deren Vergehen jetzt nach und nach hochkommen. Das österreischische Unwort des Jahres 2010 kann man ziemlich sicher mit "Es gilt die Unschuldsvermutung" festlegen.
Und was da passiert, geht weit über die Haiderpartie hinaus. Irgendwie stimmt es da schon fast frühlich, dass die Bayern mit der Hypo auch noch ihr Fett wegbekommen haben.
Ich bin gespannt, was da jetzt noch rauskommt.
Unsere Justizministerin ist allerdings mehr darum bemüht, in den "Seitenblicken" ein gutes Bild abzugeben, als einmal mit ihren Staatsanwälten ein ernstes Wort zu reden.
Oder vielleicht hat sie die Wörter schon gesprochen und die hießen: verzögern, vertuschen, verjähren lassen.
-
Aber auf Haider losgehen ist böse! Immerhin war er schwul oder zumindest bi mit 95% Bevorzugung des eigenen Geschlechts. Er ist also der lebende, falsch sich selbst umgebrachte Beweis, wie bei uns in Österreich die Schwulen verfolgt werden. Selbst nach ihrem Tod noch! (*ironiemodus aus*)

che2001 - 12. Aug, 15:22

@katzenblogger: Aua! Was ist Dir denn passiert? Und schließe mich natürlich den Besserungswünschen an.
Katzenblogger (Gast) - 12. Aug, 20:03

Che, es ist eigentlich zum Lachen: Ein leicht aufgekratzter Ellenbogen. Das wars. Manchmal sind es die ganz kleinen Dinge, die zu Ärger führen.

Achja, und dann noch irgendwelche unerfreulichen Biester, so klein, dass man sie in keinem optischen Mikroskop sehen kann, die sich anschließend in Richtung Knorpelgewebe bzw. Ellenbogengelenk und Unterhaut (ganzer Arm) vorgearbeitet haben. Zwischenergebnis: Mein linker Arm hat deutlich mehr Umfang als der rechte, eignet sich als mittleres Heizkraftwerk und hat verschiedene, interessante rötliche Färbungen, deren Wanderungen mich und meinen Arzt mehr beschäftigen, als vorher eingeplant wurde.

Lustigerweise scheinen das nur halb wirksame Antibiotikum und meine interne Selbstverteidigung die Sache so einigermaßen in Griff zu haben - es wogt hin und her - Sieger nach Punkten ist (Zwischenstand: jetzt gerade) meine Mannschaft, vor allem, hat sie im Bereich Ellenbogen sagenhafte Erfolge erzielt. Ausgerechnet dort! Es bahnt sich immer noch keine Sepsis an, die gegnerischen Mannschaften erobern jedoch neue Gebiete bzw. versuchen das jedenfalls. Heute morgen rammten sie ihre Fahne (nebst entsprechender Aufhitzung des Areals) in den mit Flüssigkeiten angefüllten Schleimbeutel des Ellenbogengelenkes, wurden aber innerhalb von sechs Stunden wieder vertrieben, was sie dazu bewegte, sich über meinen linken Handrücken herzumachen, der pfannkuchenähnlich aufging. Keine drei Stunden später treten sie dort den Rückzug an, halte aber unverändert einen Riesenhof rund um das Ellenbogengelenk, das sie unverändert belagern.

Gelegentlich bekommen sie von mir - neben dem Antibiotika - eine Hitzebehandlung verpasst (längeres Abduschen bei 46 Grad, anschließend 2 Stunden lang Einschlagen des Armes, teils ausgekleidet mit Alufolie, in zwei längere Schals.

Das mögen die Biester überhaupt nicht. Man hört sie geradezu jaulen (also: irgendwie laut sind sie ja schon), und teils versuchen sie dann über die Hautoberfläche (leichte Blasenbildung) zu entkommen - jedenfalls führt das regelmäßig dazu, dass damit leichte Siege im Kampf um meinen linken Arm eingefahren werden.

Und ich erspare mir damit die Fieberanfälle, die mein Körper alternativ zu dieser Maßnahme auf Lager hätte. Überhaupt bin ich völlig dagegen, dass es diese Biester zu bequem bei mir haben. Ich verzögere zu diesem Zweck auch die Einnahme eines bestimmten entzündungshemmenden Medikamentes, auf das ich z.Zt. angewiesen bin - was dann zwar zu Schmerzen in meinem Rücken führt, aber wiederum den Vorteil hat, dass meine Mannschaft (vor allem die Fresszellen) zielgenauer arbeiten kann beim Kampf gegen diese Biester.

So weit die Lage.

Falls man etwas daraus lernen kann, dann vielleicht, dass man sich einen rauen Ellenbogen von Zeit zu Zeit besser mit Ringelblumensalbe einfetten sollte.

(bei Rossmann nur 1,59 Euro für 250 gr. - tolles Zeug)

Erfreulicher Nebeneffekt der Kriegshandlugen ist, dass meine etwas undezente, vier Zentimeter lange Narbe aus der Handgelenksoperation (vor 2 Monaten) in Rekordgeschwindigkeit abgebaut wird. Man kann da jetzt richtig zugucken - ist fast wie Zeitraffer.

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Leute, kauft Ringelblumensalbe für spröde Haut!
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Tja, so siehts aus. Bin gespannt auf die Laborergebnisse morgen.

Katzenblogger

che2001 - 12. Aug, 22:54

Sowas gibt´s? Jedenfalls gute Besserung!
che2001 - 13. Aug, 13:57

@norgler: Zumindest Deine eigene Antwort auf Genova ist äußerst lesenswert, wenn mir auch dessen Geschreibsel in der Tat schon nicht einmal mehr am Arsch vorbeigeht, und wenn doch, dann mit Lichtgeschwindigkeit.
Katzenblogger (Gast) - 14. Aug, 11:45

Ich fand "Genovas Geschreibsel" hingegen garnicht übel - jedenfalls, wenn man das dämliche Wort Vernichtungswillen mit Wut austauscht - und Noerglers Erklärung einfügt, warum diese Wut entsteht, entstehen muss.

Auch in Bezug auf das Unwort von der "Schickheit" habe ich eine andere Position. Ich lebe ja in "urbanen Kreisen" und diversen Subszenen - und heute sehe ich in meinem Umfeld keinen Kreis, wo es Anzeichen für diese "Schickheit" gibt. Dass mir auf Basis einer unklug platzierten Erzählung der Vorwurf impliziter Homophobie gemacht wird - oder - dass ich versucht hätte, reale Diskriminierungserfahrungen mit einem "Schicksein" in einem höchst speziellen, längst vergangenen Subtext aufzurechnen, halte ich für ein böses Missverständnis, teils sogar mir gegenüber übel wollend und missgünstig.

Aber natürlich (sage ich jetzt...) ist es unklug bzw. hochgradig dämlich, derartige Erfahrungen im Blog von Momorulez zu schildern. Dass es zu diesen Schilderungen gekommen ist, lag einerseits an einem falschen Gefühl der Vertrautheit, andererseits auch - und auch das ist dumm - schlicht daran, dass diese Erfahrungen für mich echt spannend waren.

Wenn man sehen möchte, wie verdreht, Bösartigkeiten unterstellend und idiotisch man diese missverständlichen Schilderungen von mir missbrauchen kann, muss man sich nur in die diesbezüglichen Kommentare von ziggev drüben einlesen.

Aber: Es lohnt ja nicht. Für mich war es lohnend, vielleicht auch für diejenigen, die sich in ihrer - begreiflichen - Wut einmal so richtig austoben wollten, und für jene (gemeint v.a. Che, Ziggev, Urfaust), die es vollbracht haben, Fairness im Umgang gegen Solidarität mit Momorulez und/oder einem unverdienten moralischen Hochgefühl auszutauschen.

Tatsächlich habe ich jetzt besser verstanden, was Diskriminierung mit den Betroffenen anstellt, auch, wie schwierig die Identitätsfindung in dem latent feindlichen Umfeld unserer Gesellschaft sein kann, und auch, wie wichtig - ungemein wichtig - vor diesem Hintergrund so etwas wie ein "Schutzraum" oder auch nur das eigene private Blog sein kann. Das hatte ich, teils sehr trampelig, bislang ignoriert.

Ich denke für mich, dass ich ein klein wenig dazu gelernt habe. Und dass ich es "wage", hier selbst Kritik zu üben - das gehört dazu. So sehr ein gemäßigter Kriechgang mitunter sinnvoll sein kann, wenn ich von "moralischen Hochmut" schreibe, dann könnte sich vielleicht der eine oder andere angepisst fühlen - nur leider zurecht. Das ist nämlich wie die Sache mit der Katze und den Schellen.

Außerdem - auch das ist wertvoll - zeigt sich für mich sehr unschön und stimmt mich sogar traurig, dass das Internet niemals ein Surrogat echter persönlicher Verhältnisse, Bekanntschaften u.ä. sein kann.

Das funktioniert einfach nicht. Genauso wenig, wie mein Kommentar hier irgendetwas Positives bewirken kann (was im persönlichen Gespräch vielleicht anders aussehen würde).

Aber das ist mir inzwischen vergleichsweise egal geworden. Und wenn ich sehe, dass ich die gleichen Fehler als Blogger gemacht habe, die ich einigen von euch - eigentlich noch vorsichtig - vorhalte, dann ärgere ich mich umso mehr. Und auch das: zurecht.

Manchmal muss man sich wohl auch ärgern, um zu neuen Ufern zu gelangen.

netbitch - 14. Aug, 13:24

Nu is aber gut

Ich hatte diese Diskussion hier zugelassen, um auf neutralem Boden eine Verständigung zu ermöglichen, wie schon bei der Auseinandrsetzung che - jo@chim. Das heißt aber nicht, dass mein Blog dafür da wäre. Alles, was hierzu noch zu sagen gibt, lässt sich hervorragend auf Deinem eigenen Blog ausdiskutieren. Und ich betätige in dieser Debatte auf meinem Blog künftig die Problem-anderer-Leute-Taste.
noergler - 14. Aug, 23:31

Höret, höret: Der Salonmarxologe spricht!

Workingclasshero wendet gegen Dr. Dean ein:

"Und sorry, als radikaler Linker, der schon mal wegen Landfriedensbruch im Knast saß: von meiner Position aus sind die Abstände zwischen Deiner Soziale-Marktwirtschaft-Position und den Neoconnards auch nicht so riesig."

Zunächst einmal: Landfriedensbruch und Knast sind keine linken Argumente, denn sonst bezöge man sich affirmativ auf den Kapitalismus und seinen Staat. Und das möchten wir doch nicht. Inhaftiert werden auch Neonazis, und da gerät uns dann die Argumentation durcheinander.
Das hängt damit zusammen, dass der Bürger, auch der linke, seinen Staat nicht versteht. Dazu, sofern ich die Zeit hierzu finde, an anderer Stelle mehr.

Worauf es mir jedoch hier ankommt ist dies: Du, Workingclasshero, polemisierst gegen Deans politökonomische Vorstellungen, ohne zu sehen, wie gering entfernt diese ihrerseits von Ches Operaismus sind. Das heißt: Dein Invektiv gegen Dean trifft auch Che.

Auch Che meint, es gäbe eine richtige Ökonomie in der falschen. Gerne möchte man am Kapitalismus rumfrickeln, Betriebe in des Volkes Hand und so.

Keine andere Politik, sondern deren Abschaffung – keine andere Ökonomie, sondern deren Abschaffung. Das wäre Walter Benjamins freier Sprung unter dem Himmel der Geschichte.
OK, geht nicht, weil die Herrschenden lieber ihre Atomwaffenarsenale zündeten, als dies zuzulassen.

Aber untern Druck des Terrorismus der Ökonomisten dürfen wir – vorläufig – noch Theoretiker sein, um die Illusion zu wahren, sie könnten vielleicht doch nicht siegen – sie, welche die Menschen sekkieren, die Meere vergiften, und selbst noch bereit wären, den Himmel in Brand zu setzen.

che2001 - 15. Aug, 15:52

Operaismus bedeutet aber nicht am Kapitalismus herumzufrickeln sondern tatsächlich Benjamins freien Sprung unter dem Himmel der Geschichte, und zwar oftmals unter der Prämisse, dass Kommunismus jederzeit möglich sei. Operaistische Arbeitskämpfe sind Kämpfe gegen die Arbeit an sich. Nicht umsonst lautet der Titel eines der besten Bücher von Detlef Hartmann "Leben als Sabotage". Wenn ich mich manchmal lese wie ein besonders linker Juso der 70er, dann ist das kein Operaismus mehr, sondern eher die zweite Seele, die in meiner Brust schlägt. Und noch bis in die Flüchtlingsarbeit hinein ist unsereins operaistisch - es geht nicht nur darum, Menschen zu helfen, sondern auch, Chaos zu schaffen in dem Sinne, das den staatlichen Organen Möglichkeiten genommen werden, auf Menschen zuzugreifen. Sand ins Getriebe streuen als tägliche Lebenspraxis.
genova68 - 16. Aug, 11:20

Netbitch,
du willst behaupten, den Kommentar, den Nörgler hier am Donnerstag um 4.08 in der Früh (wenn ich mich bei der Uhrzeit nicht irre) eingestellt hat, hat es nie gegeben? Den habe ich erfunden? Oder steht er in einem anderen Thread hier? Oder soll ich ihn hier oder bei mir nochmal reinstellen, damit du dich erinnerst?

Die Reaktionen auf meinen Beitrag verwundern mich nicht, sie bestätigen leider das, was ich schon länger beobachte, also nichts Neues.

Interessant ist vielleicht, dass es bei euch extremistischen Dogmatikern sogar verboten ist, eine unmittelbare Erfahrung zu berichten. Ich darf also meine Erfahrung, dass Schwule und Schwarze in manchen Kreisen als schick gelten, weil man sich mit denen dann schmücken kann und zeigen, wie liberal man ist, nicht erwähnen. Darf ich wenigstens die Erfahrung machen? Oder ist das auch schon verboten? Muss ich meinen Sinnesapparat dahingehend umoperieren lassen, dass ich solche Erfahrungen gar nicht mehr machen kann? Da kommt auch eure Intellektualität ins Spiel, auf die ihr ja stolz seid. Prinzipiell sicher zurecht. Dennoch frage ich mich, wie man komplizierte Texte verstehen will, wenn man nicht mal unterscheiden kann zwischen einer Haltung und einer aufgeschriebenen Beobachtung.

Es läuft immer wieder darauf hinaus, dass der Überbringer der schlechten Botschaft der Schuldige ist.

Der Vernichtungswille von Momorulez ist offensichtlich, das habe ich ja schon mehrfach direkt erlebt, ich suche jetzt die Zitate nicht raus, jeder hier kennt sie. Natürlich geht es hier um eine psychische Vernichtung, die physische ist im Internet ja schwierig, und die würde ich ihm auch nicht unterstellen. Ob das mit seiner Homosexualität zu tun hat, weiß ich nicht, woher auch?

Das Thema is aber auch müßig, Momorulez müsste hier über einen ziemlich großen Schatten springen, das macht er nicht, zumindest nicht öffentlich. Aber ich bin mir sicher, dass er ziemlich genau weiß, was ich meine.

So wie jeder hier. Deshalb rede ich von Groupies: Eigenständigkeit deklarieren, die da aufhört, wo es brenzlig wird. Das ist aber in der Tat nicht mein Problem.

Interessant ist auch, dass mein Kommentar zu eurer Unbarmherzigkeit gegenüber Katzenblogger ignoriert wird. Das ist für coole Jungs und Mädels wie euch wahrscheinlich auch ein schwierige Geschichte. Da nehmt ihr die devote Unterwürfigkeit des Katzenbloggers halt in Kauf, auch wenn sie euch wahrscheinlich unangenehm ist. Solidarität zeigt sich nicht im Versuch des Verstehens (nicht des Eine-Meinung-Seins), sondern nur im Fall drastischer körperlicher Versehrtheit, wenn der Arm fast ab ist. Also, wenn es gar nicht mehr anders geht. Und dann mit dieser pubertären Chatsprache (*schauder*)

Nörgler,
dafür, dass dir mein Posting angeblich am Arsch vorbeigeht, kommentierst du es ja recht ausführlich, und dazu noch so aufgeregt, dass es in Teilen kaum verständlich ist. Was habe ich "recht flott in einem einzigen Satz geschrieben"? Lies einfach nochmal nach, es steht ja alles da. (Übrigens ist der Hinweis auf Desinteresse die bestmögliche Vernichtungsversuch überhaupt. Aber auch das weißt du sicher.)

"Vernichten wollte ich dich nie": Habe ich das je behauptet? Wo?

Was gegen die Verwendung der Begriffe "spüren" und "fühlen" spricht, habe ich noch nicht herausgefunden. Und wenn dich das so stört, warum schreibst du dann darüber, wann es bei mir "bohrt" und "brodelt"? Um welche "Aufarbeitungsarien" geht es? Welches Umerziehungslager? Wo?

Dass du jetzt wieder mit der Stalinismusdiskussion kommst, bzw. auch Netbitch in der Collage: Mich beschäftigt das Thema an sich überhaupt nicht, mich beschäftigt die Struktur dahinter, und die ist halt immer die gleiche: Hier wird der Katzenblogger nicht verstanden, weil man ihn nicht verstehen will, in meinem Fall war das strukturell ähnlich. Einfachste Argumentationen werden umgedreht, und da wird es leider ziemlich dumm. Das finde ich geradezu phänomenal, das interessiert mich: Woher kommt die selbstgewählte partielle Dummheit von ansonsten klugen Menschen?

netbitch - 16. Aug, 11:47

Ich weiß nicht, welchen Kommentar Du meinst, wenn ihn wer gelöscht hat, dann der Noergler selber. Morgens um 4 sitze ich nicht am Computer. Ansonsten ist das alles was Du hier ansprichst doch schon behandelt worden. @"Interessant ist vielleicht, dass es bei euch extremistischen Dogmatikern sogar verboten ist, eine unmittelbare Erfahrung zu berichten. Ich darf also meine Erfahrung, dass Schwule und Schwarze in manchen Kreisen als schick gelten, weil man sich mit denen dann schmücken kann und zeigen, wie liberal man ist, nicht erwähnen." ----- Es geht mehr darum, dass diese Erfahrung auf dem Blog eines Schwulen geschildert wurde, der sein Leben lang darunter leidet, dass sein Schwulsein von der Mehrheitsgesellschaft eben nicht als schick betrachtet wird und der den an der falschen Stelle gebrachten Erfahrungsbericht als Verhöhnung seines Lebenstraumas erlebt. Hätte der Katzenblogger das auf seinem eigenen Blog als anekdotische Erzählung gebracht hätte wohl niemand sich darüber groß aufgeregt, so aber kam es wie ein Übergriff rüber. Und im Übrigen kannst Du es ja offensichtlich nicht ertragen, wenn ich über meine unmittelbaren sexuellen Erfahrunge im Blog - meinem eigenen wohlgemerkt - berichte, so, wie Du darauf bisher reagiert hast. Und wie die unmittelbaren Erfahrungen aussehen, die Lesben und Schwule mit Heteronormativität machen, was nämlich in der ganzen Debatte Teil des Themas ist, das weigerst Du Dich die ganze Zeit zur Kenntnis zu nehmen, das erreicht Dich gar nicht, diese komischen Kurzhaarweibsen und ulkigen Tucken, was die schon wieder wollen, denen soll mann auch noch zuhören, nein, das wäre zu viel verlangt. So, und von jetzt an gilt Problem-anderer-Leute-Taste. Jeder weitere Kommentar zu diesem Thema wird gelöscht.
noergler - 17. Aug, 00:08

Tatsächlich standen hier sehr kurzzeitig ein paar Sätze von mir, die in einer derart ausschließlichen Weise mich selbst betrafen, dass ich sie wieder gelöscht habe.
genova68 - 17. Aug, 11:13

"Jeder weitere Kommentar zu diesem Thema wird gelöscht."

Dieses Vorgehen kannte ich nur aus rechts-autoritären Blogs. Aber man lernt nie aus.

netbitch - 17. Aug, 11:31

Das ist keine Frage der politischen Richtung, sondern eher, ab wann ich mich belästigt fühle. Dieser Kommentarthread selber wurde von mir bereits damit eingeläutet, dass die ganze Auseinandersetzung Katzenblogger - Momorulez für mich ein Problem anderer Leute ist, auch wenn ich dazu meine Meinung habe. Alle Beteiligten haben ihre eigenen Blogs bzw. Diskussionsmöglichkeiten auf anderen Blogs, da sehe ich nicht ein, warum meine Heimseite damit vollgeschrieben werden sollte. Ich hatte oben auch bereits angekündigt, dass ich von der Problem-Anderer-Leute-Taste Gebrauch mache, ohne dass darauf reagiert wurde. Schluss jetzt.
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